Playoff Blog
9. Juni:

Der doppelt historische Ray Allen
Ray Allen … wow! Was für ein Absturz nach seiner grandiosen
Dreier-Show in Spiel zwei.
Fragt sich zunächst: Was war da los? Zum Einen bekam der
Celtic eine Menge mehr Aufmerksamkeit als zuvor. Dieses Mal ließ niemand den
Dreierspezialisten frei stehen, wenn etwa Rajon Rondo zum Korb ging. Auch die
einfachen Pässe aus dem Fastbreak kamen nicht mehr in Allens Richtung. Genau
diese hatte er zuvor in leichte Dreier verwandelt.
Gleichzeitig stand ihm Derek Fisher viel öfter auf den
Füßen. Frei nach dem Motto: „Geh doch an mir vorbei, wenn du gegen Pau und
Andrew einen Korbleger versuchen willst!"
Wahrscheinlich wäre diese Taktik nicht allzu lange
aufgegangen, doch weil Ron Artest abermals Paul Pierce abdeckte wie einen
schmuddeligen Gartenteich, musste nirgendwo anders geholfen werden. Allen bekam
keine Freiräume, weil niemand anders die Lakers-Defensive beschäftigte.
Den Celtics musste diese Taktik bekannt vorkommen.
Vermochten sie doch gegen die Orlando Magic in den Conference Finals, ganz
ähnlich zu verteidigen. Damals mussten sie dank Kendrick Perkins nicht gegen
Dwight Howard doppeln und ließen so den Distanzschützen um Vince Carter sowie
vor allem Rashard Lewis keine Chance zur Entfaltung.
Hör auf zu ballern!?
Doch zurück zu Allen. Nicht wenige Fans fragen sich: Warum
schoss der Mann trotzdem 13mal auf den Korb? Warum hat er nicht öfter gepasst?
Zunächst diese Info: Einige der Würfe, die Allen später nahm, waren halt
wirklich frei. Er traf sie einfach nicht, solche Tage gibt es. Trotzdem musste
Allen diese Würfe nehmen. Wofür war er sonst auf dem Feld? Und es war ja nicht
so, dass die Lakers drei, vier Leute zu ihm schickten, dass andere Celtics
mutterseelenallein frei standen.
Außerdem gibt es da dieses geflügelte Wort von Pistons-Legende
Joe Dumars: „Was sagt ein Shooter, der null von zwölf geschossen hat, zu seinem
Coach in der letzten Minute eines knappen Spiels, wenn es darum geht, wer den
entscheidenden Wurf nimmt? ‚Trainer, gib mir den Ball, ich bin heiß!'" In
anderen Worten: Wäre Coach Doc Rivers nicht davon überzeugt gewesen, dass Allen
seine Negativserie kappen könnte, er hätte ihn vom Feld genommen. Solange dein
Trainer dich auf dem Parkett lässt, hast du seinen Job zu machen. Ray Allens
Job ist es, zu schießen.
Dem epischen Dreierrekord, folgte also eine historische
Pleite … Wie historisch diese war?
Schön, dass ihr fragt …
Seit den Playoffs 1991 „gelang" es nur drei Spielern
mindestens zehn Würfe zu nehmen und nicht einen einzigen zu treffen … Übrigens:
Keiner dieser Stars ging als Sieger vom Platz …
|
Spieler |
Team |
MIN |
FG |
FGA |
3P |
3PA |
FT |
FTA |
PKT |
|
Ray Allen |
BOS |
42 |
0 |
13 |
0 |
8 |
2 |
2 |
2 |
|
Charles Barkley |
PHO |
26 |
0 |
10 |
0 |
1 |
5 |
6 |
5 |
|
Patrick Ewing |
NYK |
28 |
0 |
10 |
0 |
0 |
1 |
4 |
1 |
Und in der regulären Saison? Seit 1986/87 nahmen folgende
Jungs mindestens 13 Würfe aus dem Feld, ohne auch nur einmal selbst das süße
Zischen des Nylons zu verursachen … Interessant hierbei: Die Teams von Tim
Hardaway, Gerald Wilkins und David Wesley gewannen trotzdem.
|
Spieler |
Team |
MIN |
FG |
FGA |
3P |
3PA |
FT |
FTA |
PKT |
|
Tim Hardaway |
GSW |
44 |
0 |
17 |
0 |
2 |
2 |
2 |
2 |
|
Rodney McCray |
SAC |
34 |
0 |
15 |
0 |
0 |
4 |
4 |
4 |
|
Dino Radja |
BOS |
18 |
0 |
14 |
0 |
0 |
0 |
2 |
0 |
|
Ron Artest |
CHI |
41 |
0 |
13 |
0 |
4 |
7 |
8 |
7 |
|
Gerald Wilkins |
NYK |
22 |
0 |
13 |
0 |
2 |
3 |
4 |
3 |
|
Vince Carter |
NJN |
29 |
0 |
13 |
0 |
2 |
3 |
4 |
3 |
|
Vernon Maxwell |
HOU |
24 |
0 |
13 |
0 |
6 |
2 |
2 |
2 |
|
Tom Gugliotta |
MIN |
33 |
0 |
13 |
0 |
2 |
0 |
0 |
0 |
|
David Wesley |
CHH |
28 |
0 |
13 |
0 |
1 |
0 |
0 |
0 |
Aber genug über die Vergangenheit, was ist von Ray Allen in
Spiel vier zu erwarten? Höchstwahrscheinlich nichts Historisches, weder im
positiven, noch im negativen Sinne.
Die Celtics müssen allerdings einen Weg finden ihn und Paul
Pierce offensiv ins Laufen zu bekommen. Sonst könnte sich die Prognose von Paul
Pierce (für ihn) unbequem bewahrheiten und die Serie wirklich nicht mehr nach
Los Angeles zurück kommen …
08. Juni:

Die zwei Gesichter des Ron Artest
Warum holten die Los Angeles Lakers vor dieser Saison Ron Artest ins Team? Die Antwort ist einfach: wegen seiner überragenden Arbeit in der Verteidigung. Den Lakers fehlte in der Vergangenheit diese raue Kante, diese gewisse Stück Straßenhärte, welches es braucht, um den Gegner zumindest ein klein wenig einzuschüchtern.
Mehr noch: L.A. brauchte einen Top-Verteidiger gegen die Small Forwards der NBA. Einen, der Carmelo Anthony im Westen oder LeBron James sowie Paul Pierce im Osten beschäftigen kann, ohne auf übermäßig viel Hilfe seiner Mitspieler angewiesen zu sein.
Die Namen, der eben Genannten spukten in den Köpfen von Lakers-Manager Mitch Kupchak sowie Coach Phil Jackson im Sommer 2009 herum, mussten sie doch damit rechnen, dass der amtierende Champion in den Playoffs 2010, spätestens den Finals auf einen dieser Hochkaräter treffen würde.
Zudem: Die Erinnerungen an die Finals 2008 waren noch frisch. Damals MVP der Endrunde? Pierce mit 21,8 Punkten, 6,3 Assists, 4,5 Rebounds sowie 43,2 Prozent Feld- und. 39,3 Prozent Dreierquote.
Kobe Bryant wollte der Club die Bewachung der körperlich stärkeren Dreiers nicht aufbürden, der damalige Free Agent Trevor Ariza – Artests Vorgänger in lila-gold – wurde zu Gunsten RonRons verschmäht.
Wie die nackten Zahlen zeigen … zu Recht!
Der Artest-Effekt
In der ersten Runde der Playoffs war es Kevin Durant und seine Oklahoma City Thunder, die es mit den Lakers aufnahmen. Der Artest-Effekt war unübersehbar:
Kevin Durant: 30,1 Punkte, 47,6 FG%, 36,5 3P% (Saison
2009/10)
Kevin Durant: 25,0 Punkte, 35,0 FG%, 28,6 3P% (Playoffs 2010)
Artest ging den Jungstar von Beginn körperlich an, ließ Durant kaum Platz und kümmerte sich fast ausschließlich um den NBA-Topscorer 2009/10. Kobe Bryant konnte so die Bewachung von Point Guard Russell Westbrook zur Chefsache erklären, die Lakers gewannen relativ locker eine Serie, die durchaus über sieben Spiele hätte gehen können.
Die nächste Spezialaufgabe wartet nun in den Finals auf Artest: Paul Pierce, ausgerechnet. Jener Spieler also, der in Los Angeles als Lakers-Fan aufwuchs, 2008 jedoch als Celtic den Titel gegen L.A. gewann und Trashtalk vom Feinsten lieferte.
Bisher gewinnt Artest auch dieses Duell in beeindruckender Manier:
Paul Pierce: 18,3 Punkte, 47,2 FG%, 41,4 3P% (Saison
2009/10)
Paul Pierce: 17,0 Punkte, 33,3 FG%, 0,0 3P% (Playoffs 2010)
Wie sehr hat Pierce, an Artests Verteidigung zu knabbern? Die 17,0 Punkte lesen sich viel besser, als sie wirklich sind. 13 seiner 34 Zähler in den ersten beiden Partien erzielte der Celtic in den letzten zwölf Minuten des ersten Spiels. Es waren Garbage-Time-Punkte. Im Schlussviertel lagen die Lakers nie mit weniger als 13 Punkten in Front …
„Ron gibt uns eine physische Präsenz gegen die größeren Small Forwards", erklärt Kobe Bryant. „Außerdem ist er ein großartiger Allrounder. Er kann werfen, penetrieren, aufposten. Oft wird das vergessen, weil wir ein Team mit einer Menge talentiertern Spielern sind."
Artest gibt Los Angeles also genau das, was die Verantwortlichen sich erträumten … defensiv.
Verloren im Traingle
Offensiv allerdings? Auch wenn er eine Menge Talente sein Eigen nennt … Da sieht es ganz anders aus …
Die allgemeine Lehrmeinung in Sachen Triangle-Offense lautet folgendermaßen: Jeder Spieler braucht mindestens eine volle Saison, um diese Philosophie vollends zu verstehen und sich frei in ihr zu bewegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Offensivtaktiken wird hier von den Profis erwartet, sich intelligent zu bewegen und mit den eigenen Cuts, Pässen auf die Verhältnisse auf dem Feld zu reagieren.
Jeder Spieler muss sich ständig fragen: Wo stehen die Mitspieler? Wie agiert die Verteidigung? Wo ist der Ball? Die Antworten ergeben die nächste Aktion.
Ron Artest tut sich, gelinde gesagt, schwer mit dem Triangle.
Seit er 1999 in die NBA kam, leistet sich RonRon immer wieder zum Teil spektakuläre Aussetzer im Angriff. In Los Angeles sieht es nicht viel anders aus. So etwa auch in den Conference Finals gegen Phoenix. Der Dreier, den Artest etwa eine Minute vor Ende des fünften Spiel gegen die Suns nahm, ließ den Lakers-Fans das Blut in den Adern gefrieren. Los Angeles hatte mit drei Punkten geführt, der Ball hätte in die Zone gehen sollen. Zu den Big Men, oder per Drive. Ein Foul ziehen, einfache Punkte machen. Vielleicht sogar beides … Alles wäre besser gewesen als der Dreier, den Artest fliegen ließ. Der Rebound landete bei den Suns, die zum Ausgleich einnetzten.
Am Ende rettete Artest durch seinen spektakulären Rebound von Kobe Bryants Airball und den folgendem Leger den Sieg. Trotzdem hatte der Small Forward wieder einmal gezeigt, wie schlecht er in entscheidenden Situationen agieren kann.
Es war nicht das letzte Mal …
In Spiel zwei der Finals dribbelte Artest beim Stande von 90:98 geschlagene 13 Sekunden durch die Hälfte der Celtics auf der Suche nach einem freien Mitspieler. Artest passte nicht. Er ließ einen „ungewöhnlichen" Sprungwurf gegen Pierce fliegen, der nur den Ring fand.
Wenn jetzt der Eindruck entsteht, dass Ron Artest im Angriff sein eigenes Ding macht, dass er egoistisch agiert, dem ist nicht so. Der Mann will seinem Team helfen. Der Mann hat seinem Team in dieser Postseason auch offensiv schon extrem geholfen. So etwa in Spiel sechs gegen die Suns, als er 25 Punkte auflegte, zehn seiner 16 Würfe traf. Oder zum Auftakt der Finals als Artest 15 Zähler lieferte, drei von fünf Dreiern versenkte.
Der Druck eines tiefen Playoff-Ritts ist allerdings etwas Neues für den 30-Jährigen. 2004 stand er mit den Indiana Pacers in den Eastern Conference Finals. Danach reichte es bis zu diesem Jahr nicht mehr für das Halbfinale.
Wenn Artest jetzt merkt, dass er im Angriff einen Fehler macht, will er diesen kompensieren, was zum Teil zu überhasteten Aktionen führt. Genau darauf warten die Celtics, die ihm eine Menge Platz lassen. „Ob ich dann übermotiviert bin?", fragte Artest nach dem zweiten Finalspiel. „Keine Ahnung. Vielleicht muss ich einfach besser spielen. Ich habe das schon mal durchgemacht: erst ein gutes, dann ein schlechtes Spiel. Da bin ich auch zurückgekommen mit guten Leistungen."
Die Lakers hoffen, dass sich die Geschichte wiederholt. Sie brauchen Artest in Boston. Und zwar nicht nur in der Verteidigung.
07. Juni: Statistiken | NBA-Finals Spiel 2: Highlights | Die Top 5 des Tages

Dreier ist nicht gleich Dreier
Wie krass, überragend, atemberaubend war eigentlich Ray
Allen im zweiten Spiel der Finals? Mit einem Wort: sehr. Der Mann, der einst
Jesus war, hielt die Celtics in der ersten Hälfte im Alleingang am Leben. Gut,
in der zweiten Halbzeit wurden die Räume für ihn immer enger, aber so ist
Basketball. Das dritte und vierte Viertel gehörte Rajon Rondo, die Lakers
entschieden sich, dem Point Guard mehr Freiheiten zu geben, als darauf zu
vertrauen, dass Allen irgendwann einmal abkühlt.
Aber zurück zu Allen. Seine Wurfschule war natürlich keine
Einzelleistung. Rajon Rondo fand den Shooting Guard per Pass und die Big Men
stellten ihm formidable Blocks. Allen musste seine Dreier jedoch aus dem Lauf
heraus nehmen. Eine Kunst für sich. Viele Distanzschützen bringen ihre
Glanztaten von der Dreierlinie aus dem Catch-and-Shoot. Bedeutet: Sie parken
downtown, haben ihre Füße bereits richtig gesetzt, warten nur noch auf den Pass
und lassen den Wurf fliegen.
Allen hingegen musste den Weg lesen, den sein Verteidiger
nehmen würde, entsprechend um den Wurfschirm seiner Mitspieler rennen, den Ball
fangen und im Bruchteil einer Sekunde abdrücken, ohne aus dem Gleichgewicht zu
geraten. Wie gesagt: Das ist um einiges schwerer als auf der ballfernen Seite auf
den Swingpass zu warten, während der eigene Verteidiger in der Zone aushilft.
Dass Allen mit seinen acht Dreiern einen neuen Rekord für
die NBA-Finals aufstellte, wurde bereits zur Genüge erwähnt. Doch wie oft traf
jemand in der Geschichte der NBA-Playoffs eigentlich acht Dreier in einer
Partie? Und kann dem Celtic-Shooter eine ähnliche Leistung in den restlichen
Finalspielen zugetraut werden? Die Liste aller NBA-Profis, die jemals acht oder
mehr Dreier in einem Playoffspiel versenkt haben, findet ihr unten. Ach und der
Name des Typen, der gleich drei Mal unter den ersten Fünf zu finden ist, dürfte
euch bekannt vorkommen … Dieser Ray Allen scheint ein Serientäter zu sein. Die
Lakers sind gewarnt.
|
Rang |
Spieler |
Date |
Team |
Dreier |
Versuche |
3P% |
Punkte |
|
1 |
Ray Allen |
30.04.2009 |
BOS |
9 |
18 |
.500 |
51 |
|
2 |
Ray Allen |
01.06.2001 |
MIL |
9 |
13 |
.692 |
41 |
|
3 |
Vince Carter |
11.05.2001 |
TOR |
9 |
13 |
.692 |
50 |
|
4 |
Rex Chapman |
25.04.1997 |
PHO |
9 |
17 |
.529 |
42 |
|
5 |
Ray Allen |
06.06.2010 |
BOS |
8 |
11 |
.727 |
32 |
|
6 |
Jason Richardson |
22.04.2010 |
PHO |
8 |
12 |
.667 |
42 |
|
7 |
Chauncey Billups |
19.04.2009 |
DEN |
8 |
9 |
.889 |
36 |
|
8 |
Michael Finley |
02.05.2007 |
SAS |
8 |
9 |
.889 |
26 |
|
9 |
Paul Pierce |
03.05.2002 |
BOS |
8 |
10 |
.800 |
46 |
|
10 |
Allen Iverson |
16.05.2001 |
PHI |
8 |
14 |
.571 |
52 |
|
11 |
Matt Maloney |
11.05.1997 |
HOU |
8 |
13 |
.615 |
26 |
|
12 |
Mookie Blaylock |
08.05.1997 |
ATL |
8 |
9 |
.889 |
26 |
|
13 |
Gary Payton |
29.04.1997 |
SEA |
8 |
14 |
.571 |
34 |
|
14 |
Dan Majerle |
01.06.1993 |
PHO |
8 |
10 |
.800 |
34 |
06. Juni: Pressekonferenz: Doc Rivers | Pressekonferenz: Paul Pierce

Was die Celtics tun müssen
Das zweite Spiel der NBA-Finals, es ist bereits eine absolute Schlüsselpartie dieser Serie. Verlieren die Celtics auch die zweite Begegnung in Los Angeles, ist der Kampf um die Meisterschaft so gut wie entschieden.
Was also müssen die Celtics heute Nacht tun, um mit einem 1-1 in die drei mittleren Spiele in Boston zu gehen?
Defense: Rebounds, Ballkontrolle, Intensität
Defensiv müssen die Celtics spielen wie die … nun … Celtics. Im ersten Spiel war von einer der besten Verteidigungen aller Zeiten nichts zu sehen. Die Lakers dribbelten fast nach Belieben zum Brett, zogen Hilfe, zwangen so die Rebounder der Celtics aus ihren Positionen. Die Folge: Einfache Punkte, Fouls und Offensivrebounds für Los Angeles.
Zuallererst müssen die Außenverteidiger Bostons ihre Gegner am Drive hindern und vor ihnen bleiben. Muss doch einer der Big Men aushelfen, muss der Rest des Teams hart zum Rebound gehen.
Außerdem darf vor allem Pau Gasol nicht mehr den Ball so nah am Zonenrand fangen. Wer immer ihn verteidigt, es muss gelingen, den Spanier schon bevor er den Spalding fängt, vom Zonenrand wegzudrücken. Genau darum geht es unter anderem, wenn von einer „physischen Defensive" gesprochen wird.
Schließlich: Die Celtics waren nicht entschlossen genug. Bei ihnen muss das Feuer in den Augen lodern, sonst haben sie gegen die jüngeren, athletischeren Lakers einen verdammt schweren Stand.
Offense: Fastbreak, Pauls Pick-and-Roll, Rondo in der DDM, etc.
Boston muss einfach mehr Offensive generieren – ein Problem, dass die Celtics in allen ihrer bisherigen Playoffserien hatten. Doch woher die fehlenden Punkte nehmen?
Fastbreak: Nur wer die Rebounds am eigenen Brett greift, kann auch den Fastbreak spielen. Die Offensive der Celtics beginnt also bereits am Ende der eigenen Verteidigung. Die Big Men, aber auch Rajon Rondo müssen besser das eigene Brett bewachen und jeden (vor allem die langen) Rebounds in direkte Schnellangriffe ummünzen. Hierbei kommt es noch nicht mal darauf an, direkt in Überzahl einen Korbleger zu bekommen, die zweite Welle ist ebenso effektiv, vor allem weil Andrew Bynum wegen seines Knies nicht mit voller Geschwindigkeit laufen kann.
Rondo in die Dribble Drive Motion: Die Celtics führten vor zwei Jahre einige Plays der so genannten Dribble Drive Motion ein. Hierbei startet der Angriff oft mit einem Zug zum Korb oder mit einem hohen Pick-and-Roll. Die vier Spieler ohne Ball bewegen sich dabei jeweils entsprechend der Position des Dribblers. Rondo oder auch Paul Pierce bekommen so mit dem Spielgerät in der Hand eine Menge Platz, um zum Korb durchzugehen oder bei einem aushelfenden Verteidiger den freien Mann außen zu finden. Ohne eine dominante offensive Vorstellung Rondos, wächst der Druck auf Pierce und Ray Allen immens.
Paul Pierce ins Pick-and-Roll: Pierce ist eine Macht, wenn er nach einem Block gen Korb gehen kann. Im Lauf mit Ball gelingt es ihm immer wieder, Fouls zu ziehen, in der Zone zu punkten oder per Pass die Mitspieler zu bedienen. Im vierten Viertel des ersten Spiels vermochte der Small Forward so, immer wieder für Offensive zu sorgen. Coach Doc Rivers wird heute Nacht früher und öfter auf diese Plays zurückgreifen.
Sheed in den Lowpost: Dass Rasheed Wallace in den vergangenen zehn Jahren nur höchst widerwillig an den Zonenrand ging, ist bekannt. Lieber drückt der Power Forward oft und viel von der Dreierlinie ab. Sollte Kevin Garnett indes offensiv abermals ohne Effekt bleiben, MUSS Sheed in den Lowpost und dort Pau Gasol beschäftigen. Kendrick Perkins kann diese Aufgabe nicht konstant übernehmen. Müssen Gasol oder Lamar Odom defensiv viel arbeiten, hängt Wallace seinem Gegenüber das eine oder andere Foul an, mindert das auch dessen offensive Potenz.
Ray Allen früh suchen: Allen bekam früh in der ersten Partie Foulprobleme und fand nie seinen Rhythmus. Egal, was heute passiert, der Shooting Guard ist die einzige tödliche Distanzwaffe der Kelten. Er sorgt für die Gefahr von außen, bindet immer einen Verteidiger, der nur unter der Gefahr eines herben Dreierregens aushelfen kann.
Können die Celtics alle diese Hebel auf einmal umlegen? Zugegeben: Das wird gegen ein formidables Lakers-Team extrem schwer. Andererseits haben die Celtics in diesen Playoffs gezeigt, wie gut sie sein können. Eines steht jedoch fest: Finden sie heute Nacht nicht zu ihrer Bestform, sind die Finals so gut wie zu Ende.
04. Juni: Statistiken | NBA-Finals Spiel 1: Highlights | Die Top 5 des Tages

Los Angeles 102, Boston 89
Okay, wo war er versteckt, der Transmorgifier*? Irgendwo im Staples Center muss er gestanden haben. Wahrscheinlich in den Kabinen beider Teams. Denn dieses Auftaktspiel der NBA-Finals kehrte so ziemlich alle Erwartungen ins Gegenteil.
Boston würde die Lakers weitgehend eins-gegen-eins verteidigen, kaum aushelfen und es so den Lakers schwer machen zu punkten? Nicht wirklich. L.A. fand immer wieder per Dribble-Penetration den Weg zum Korb, zog Hilfe und kam zu einfachen Zählern.
Bostons Big Men würden Pau Gasol, Andrew Bynum und Lamar Odom an den Körben dominieren, sich ein Übergewicht bei den Rebounds sowie Punkten in der Zone erarbeiten? L.A. gewann den Kampf um die Bretter mehr als überzeugend.
Rajon Rondo würde Derek Fisher mit seinen Drives sowie im Break schreddern? Passierte nicht, auch weil Kobe Bryant sich höchst selbst der Bewachung Rondos annahm.
Kevin Garnett und Kendrick Perkins würden mit ihrer Intensität und physischen Spielweise dem Lakers-Frontcourt Angst einjagen? Im Gegenteil! Garnett schien gegen Ende der Partie komplett von der Rolle, blickte immer wieder fassungslos ins Leere. Perkins parkte lange Zeit auf der Bank
Ray Allen würde durch eine Vielzahl von Blocks rennen, seine Verteidiger abschütteln und so für Gefahr aus der Distanz sorgen? Dazu kam es nicht. Foulprobleme und exzellente Lakers-Defense nahmen dem einzigen echten Distanzschützen der Celtics seine Effizienz.
Schließlich: Die Celtics würden das leidenschaftlichere Team sein, sich selbst durch unbändigen Willen und Entschlossenheit eine große Chance auf den Sieg geben. Aber auch diese Annahme war eine falsche und die schockierendste Erkenntnis des ersten Finalspiels. Diese Celtics wirkten merkwürdig kraft- und emotionslos. Nate Robinson, ausgerechnet, zeigte als einziger Akteur in der zweiten Hälfte so etwas wie Kampfgeist. Er war es, der in die Hände schlug, seine Mitspieler antrieb. Garnett? Pierce? Rondo? Allen? Perkins? Von der Ersten Fünf kam wenig. Zu wenig.
Natürlich werden sich Bostons Coach Doc Rivers und sein Stab eine Menge Gedanken in taktischer Hinsicht machen müssen. Doch auch die Spieler haben einiges an Analysearbeit vor sich. Wie konnten sie sich so ergeben? Haben sie zuviel Energie verbraucht auf ihrem Weg in die Finals?
Die zweite Begegnung ist bereits eine, die die Celtics auf jeden Fall gewinnen müssen. Ein 0-2-Rückstand würde bedeuten, dass Boston alle drei Heimspiele sowie eines in L.A. gewinnen muss. Die Grünen müssen diesen Transmorgifier finden und das Teil noch einmal anwerfen. Die braven Celtics aus Spiel eins werden so keine Chance auf den Titel haben.
*Für alle Nicht-Calvin-&-Hobbes-Leser: Der Transmorgifier verändert das Verhalten eines Menschen und verkehrt es im Zweifel in das Gegenteil. Aus dem frechen Calvin wurde also zum Beispiel ein Musterschüler …
27. Mai: Statistiken | NBA Highlights vom 27. Mai | Die Top 5 des Tages

L. A. Lakers 103, Phoenix 101
Was hat Steve Nash bloß getan, dass er von den Basketballgöttern so behandelt wird? Personifiziert er nicht alles Gute und Richtige in diesem Sport? Gibt es einen Point Guard, mit dem jeder von uns lieber zusammenspielen würde? Einen, der den Teamerfolg derart über jede individuelle Auszeichnung stellt? Ist er nicht auf und abseits des Feldes ein absolutes Vorbild? Gibt es einen sympathischeren NBA-Spieler? Einen, der seit Jahren derart konstant Vater Zeit, Knoten in die Beine dribbelt?
Wohl nicht …
Dennoch haben sich die Basketballgötter entschlossen, diesem
Sympathieträger unglaubliche Steine in den Weg zu legen. Wie einst Sisyphos
wähnt sich der zweifache NBA-MVP wieder und wieder kurz vor dem Ziel seiner
Träume: einem NBA-Titel. Immer und immer wieder schlägt das Schicksal zu.
2007 kollidierte Nash in Spiel eins der zweiten
Playoff-Runde mit dem Kinn von Spurs-Aufbau Tony Parker; aus Nashs Nase schoss
das Blut. Erst Minuten später konnte er wieder ins Spielgeschehen eingreifen,
die Suns verloren zu Hause 106:111. In der gleichen Serie checkte Robert Horry
den Kanadier in der fünften Partie rüde in den Anschreibetisch. Amaré
Stoudemire und Boris Diaw sprangen von der Bank auf … und wurden für das
sechste Spiel gesperrt, das die Suns ebenfalls mit 106:114 abgaben. Phoenix
verlor die Serie 2-4.
2008 schließlich – während der Western Conference
Finals – verlor Phoenix das Auftaktspiel durch einen Dreier in letzter
Sekunde. Wer ihn getroffen hatte? San Antonios Power Forward, Tim Duncan. Es
war sein einziger Dreier der Saison gewesen. Der Wurf brachte die zweite
Verlängerung. San Antonio gewann 117:115.
2010 gelang es Steve Nash und den Suns endlich, die Spurs
mit einem überzeugenden 4-0 aus dem Weg zu räumen. Gegen die Lakers in den
West-Finals gewann der Außenseiter aus Arizona beide Heimspiele, glich den
0-2-Rückstand aus …
Und dann?
Ron Artest. Ausgerechnet.
Wenn an einem Ende des Spektrums Steve Nash mit seiner
Einstellung, Spielintelligenz, Professionalität und Eloquenz steht, findet sich
auf der entgegen gesetzten Seite Ron Artest. Er ist der Anti-Nash.
56 Sekunden vor Ende von Spiel fünf nahm der Laker einen wahnwitzigen Dreier. 101:98 lag L.A. zu diesem Zeitpunkt in Führung. Pau Gasol hatte gerade, den auf einen Wurf Artests folgenden, Offensivrebound gepackt. Der Ball landete wieder bei Artest. Vier Sekunden waren von der Schussuhr gelaufen … da drückte der Mann, der in diesen Playoffs katastrophale 24,4 Prozent seiner Dreier trifft, von Downtown ab. Wenn Blicke töten könnten, Artest wäre in diesem Moment ca. 19.100-mal gestorben*. Selbstredend verfehlte der Distanzwurf das Ziel, die Suns glichen ihrerseits per Dreier (mit Brett) aus.
Es war eine der schlechtesten Entscheidungen dieser Postseason. Artest hätte mit einer Wahnsinnsaktion beinahe die Western Conference Finals vorentschieden.
Doch eben jener Ron Artest griff sich den Offensivrebound nach Kobe Bryants letztem Wurf und brachte mit der Sirene den Spalding irgendwie in den Korb. Sieg Lakers, „I love L.A.", „Volume auf zehn und abgehen" im Staples Center.
Und Nash? Der hat in seiner Karriere schon zu viel gesehen, um von einer solchen schicksalhaften Wendung zu beeindruckt zu sein. „Ich denke, wir müssen realisieren, dass wir das Spiel verloren haben", erklärte er auf der Pressekonferenz. „Und es ist egal, wie wir verloren haben. Sie haben den Heimvorteil verteidigt. Wir gehen jetzt nach Hause, machen das auch und kommen wieder hier her für Spiel sieben."
Vielleicht zeigen sich die Basketballgottheiten dann gnädig gestimmt. Steve Nash hat wahrlich schon lange genug auf sein Karma-Konto eingezahlt. Ein Sieg für Nash im siebten Spiel in Los Angeles. Das wär's. Dann hätte sich all das Warten gelohnt.
*18.997 Fans waren im Staples Center plus zwölf Lakers-Spieler; Coaches, Security, etc.
26. Mai: Ergebnisse | NBA Highlights vom 26. Mai | Die Top 5 des Tages

Tag 31:
Kann es passieren? Zum ersten Mal seit Anbeginn aller Basketball-Playoff-Zeiten?
93-mal lag ein Team in der Geschichte der NBA bereits mit 0-3 in einer Best-of-Seven-Serie zurück, nie kam es zu einem Comeback. Warum sollten sich die Celtics also Sorgen machen? Nun, da gibt es mehrere Gründe …
Da wäre zum Einen Bostons eigene Geschichte in Sachen 0-3-Comebacks. 2004 waren es die so arg gebeutelten Baseballer der Red Sox, die nach Jahrzehnte langer Playoff-Depression ausgerechnet gegen die verhassten New York Yankees nach drei Niederlagen in Folge nicht nur in die nächste Runde einzogen, sondern erstmals seit 86 Jahren (!) auch die World Series der Major Leagues gewannen. Zum Vergleich: Die Fußball-Fans auf Schalke warten erst seit 1958 auf eine Meisterschaft.
Erst vor einigen Wochen indes fand sich die Stadt am falschen Ende einer solchen Aufholjagd wieder. Die Boston Bruins gaben eine 3-0-Führung in den NHL-Playoffs gegen die Philadelphia Flyers ab – die ganze City stürzte in eine kollektive Depression.
In letzterem haben die Bostonians Übung. Die nicht abreißen wollende Serie von Missgeschicken, denen die Hoffnungen der Red Sox von 1918 bis 2004 erlagen, haben tiefe Wunden hinterlassen. Wunden, die auch die Erfolge der New England Patriots der NFL (gewannen den Super Bowl 2001, 2003 und 2004) sowie der Celtics (NBA-Champs 2008) nicht vollends haben heilen können.
In Massachusetts herrscht schon nach Spiel fünf etwas, dass sich am besten mit „Prüfungsangst" beschreiben lässt. Die ganze Stadt erwartet traditionell das nächste Unglück, den nächsten Schicksalsschlag. Folge: Der Druck auf das Team steigt durch die paranoiden Fans und Heimmedien enorm an.
Dwight Howards unabsichtlicher Ellenbogen gegen Glen Davis plus Gehirnerschütterung? Die beiden technischen Fouls gegen Kendrick Perkins und die wohl folgende Sperre für Spiel sechs? Rasheed Wallace und der plötzlich zwickender Rücken? Rajon Rondos Muskelkrämpfe? In Boston sorgen solche Hiobsbotschaften für nackte Massenpanik. Niemand, der rund um den Garden in diesen Tagen nicht „Here we go again" oder auf Deutsch „Es geht schon wieder los" denkt.
Und wirklich: Die Chancen auf einen Heimsieg in der sechsten Partie sind mit der drohenden Suspendierung von Perkins, dem wahrscheinlichen Ausfall von Davis sowie dem angeknacksten Kreut von Wallace erheblich gesunken. Ohne ihre Big Men, die es den Celtics erlauben Dwight Howard eins-gegen-eins zu verteidigen, droht eben jener, die Serie endgültig zu übernehmen. Ordert Celtics-Coach Doc Rivers einen zweiten Verteidiger zur Hilfe in Richtung von Superman, dürften die brandgefährlichen Distanzschützen – die schon in der fünften Partie erwachten – bisher ungekannte Freiräume bekommen.
Kann es passieren? Oh ja, das kann es. Und dann wären die Fans in Boston, die einzigen, die mit Recht sagen können: Here we go again.
25. Mai: Ergebnisse | NBA Highlights vom 25. Mai | Die Sonnenbank aus Phoenix
Tag zweiunddreißig:
12,6 Millionen Dollar. Eine Menge Geld. Was könnte damit nicht alles angefangen werden in der echte, realen Welt? Viel, sehr viel. In der NBA? Nun … sagen wir mal so, es gibt Klubs, die zahlen Spielern mehr als 12,6 Millionen Dollar, damit sie NICHT mehr zum Team gehören oder im Anzug auf der Bank sitzen.*
In Phoenix ist das anders.
Für 12,6 Millionen Dollar kollektives Jahresgehalt spielen in der Wüste Arizonas folgende Profis: Leandro Barbosa (6,6 Mio. $), Channing Frye (2,0), Goran Dragic (1,8), Jared Dudley (1,3) sowie Louis Amundson (0,9). Vor dieser Saison hätte niemand diesen Umstand als bemerkenswert befunden. Eine preiswerte Bank sicher, allerdings auch mit überschaubarem Talent.
Die allgemeine Lehrmeinung vor der Saison 2009/10 las sich wie folgt …
Barbosa: Der ewige Wanderer zwischen Aufbau und Shooting Guard. Dragic: Enttäuschender Fehleinkauf und gescheiterter Steve-Nash-Erbe. Frye? Physisch überforderter Lowpost-Spieler. Dudley: Intelligenter Ersatzmann ohne Perspektive nach oben. Amundson: Arbeitstier, dessen Offensivskills Joakim Noah aussehen lassen wie Hot Sauce.
Und heute?
Heute lassen genau diese fünf Angestellten die Phoenix Suns von den NBA-Finals träumen. „Sie haben eine großartige Bank", adelt sogar Kobe Bryant die zweite Reihe des Gegners. Wie großartig? Phoenix-Coach Alvin Gentry ließ seine Reserve vergangene Nacht die ersten neun Minuten des vierten Viertels auf dem Parkett – eine mehr als außergewöhnliche Maßnahme. Das Quintett dankte es ihm mit einem spektakulären 18-3-Spurt, der aus einem 85:87-Rückstand eine 103:94-Führung machte.
In der Vergangenheit suchten die Fans in Phoenix vergeblich nach solchen Leistungen, wenn es um die Garde hinter Steve Nash, Shawn Marion, Amaré Stoudemire und Co. ging. Zu Zeiten von Ex-Trainer Mike D'Antoni, schickten die Suns oftmals nur sieben Akteure auf das Feld. Auf dem Weg in die Conference Finals 2005 und 2006 durften nur jeweils zwei Bänker länger als zehn Minuten mitwirken. 2010? Insgesamt zehn Schützlingen gönnt Coach Gentry in den laufenden Playoffs pro Spiel zweistellige Minuten.
Vergessen in all dem Lob für Bank und Coach ist indes die Leistung von Manager Steve Kerr. Nach dem Trade für Shaquille O'Neal hätten ihn die Suns-Fans am liebsten aus der Wüste geschickt. Doch es war Kerr, der – bis auf Barbosa – die oben genannten Ergänzungsspieler ins Team holte. Ihm ist es zu verdanken, dass die Suns trotz immenser Sparvorgaben ihres Besitzers Robert Sarver einen solch effektiven Kader beisammen haben.
12,6 Millionen Dollar für fünf Leistungsträger. Ein mehr als guter Deal.
*Die eingesetzten Lakers-Ersatzleute Lamar Odom, Luke Walton, Shannon Brown und Jordan Farmar kosten im übrigen zusammen 16,3 Mio. $. DJ Mbenga, Josh Powell und Sasha Vujacic (kamen alle nicht zum Einsatz) plus Adam Morrison (nicht im Kader) beziehen zusammen noch einmal dicke 12,2 Mio. $.
Tag dreißig:
23. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 23. Mai
Okay, machen wir uns nichts vor … Diese Playoffs zogen bis
jetzt in Sachen Spannung nicht gerade die Wurst vom Brot. Gerade mal ein
siebtes Spiel gab es, zwischen den Hawks und Bucks – Atlanta
gewann mit 21 Punkten Vorsprung. In der zweiten Runde ging nur die Serie Boston
gegen Cleveland über mehr als vier Partien.
Und in den Conference Finals?
Boston führt 3-0 gegen den Favoriten aus Orlando. Einzig die
42-Punkte-11-Rebound-Leistung von Amaré Stoudemire verhinderte auch beim
Aufeinandertreffen der Suns und Lakers gähnende Langeweile. Warum? Weil in der
Geschichte der NBA, noch nie ein Team ein 0-3-Defizit wieder wettgemacht hat.
Stoudemires Leistung illustrierte wieder einmal, dass
– so sehr Basketball auch ein Teamspiel ist – ein einzelner Akteur
den Unterschied machen kann. Dass Verteidigung zwar die Grundlage eines jeden
Meisterschaftsteam ist, es aber diese Abende gibt, an denen ein brillanter
Offensivspieler jede Defense aushebeln und den Sieg einfahren kann.
Genau das haben wir auch in diesen Playoffs schon einige
Male gesehen. Wie oft? Schön, dass ihr fragt! Anbei mal eine Auflistung der 20
besten Einzelleistungen in Sachen Punkte dieser Playoffs – alle
abgeliefert in Siegen der eigenen Mannschaft (gefettete Spieler sind noch in
den Playoffs aktiv).
|
Name |
Gegner |
MIN |
FG% |
3P% |
FT% |
REB |
AST |
STL |
BLK |
TRN |
PKT |
|
|
1 |
D. Wade |
BOS |
43 |
66,7 |
71,4 |
64,3 |
5 |
5 |
2 |
0 |
6 |
46 |
|
2 |
J. Richardson |
@POR |
37 |
68,4 |
66,7 |
80,0 |
8 |
2 |
3 |
0 |
0 |
42 |
|
3 |
A. Stoudemire |
LAL |
42 |
63,6 |
0,0 |
77,8 |
11 |
0 |
1 |
1 |
2 |
42 |
|
4 |
C. Anthony |
UTA |
38 |
72,0 |
40,0 |
100,0 |
4 |
5 |
0 |
0 |
0 |
42 |
|
5 |
K. Bryant |
PHO |
35 |
56,5 |
50,0 |
91,7 |
5 |
5 |
1 |
0 |
2 |
40 |
|
6 |
L. James |
CHI |
41 |
69,6 |
50,0 |
100,0 |
8 |
8 |
1 |
2 |
2 |
40 |
|
7 |
K. Bryant |
OKC |
41 |
42,9 |
40,0 |
86,7 |
5 |
1 |
2 |
0 |
4 |
39 |
|
8 |
L. James |
@BOS |
39 |
63,6 |
66,7 |
88,9 |
8 |
7 |
1 |
2 |
1 |
38 |
|
9 |
L. James |
@CHI |
36 |
64,7 |
66,7 |
90,0 |
12 |
11 |
2 |
1 |
2 |
37 |
|
10 |
D. Nowitzki |
SAS |
40 |
85,7 |
0,0 |
100,0 |
7 |
1 |
0 |
1 |
1 |
36 |
|
11 |
K. Bryant |
@UTA |
43 |
54,2 |
42,9 |
75,0 |
4 |
7 |
1 |
0 |
2 |
35 |
|
12 |
C. Butler |
SAS |
37 |
50,0 |
37,5 |
88,9 |
11 |
1 |
3 |
1 |
0 |
35 |
|
13 |
L. James |
BOS |
43 |
50,0 |
50,0 |
72,7 |
7 |
7 |
3 |
2 |
2 |
35 |
|
14 |
D. Williams |
@DEN |
45 |
50,0 |
75,0 |
88,9 |
2 |
14 |
1 |
1 |
7 |
33 |
|
15 |
S. Nash |
SAS |
37 |
68,4 |
50,0 |
83,3 |
3 |
10 |
0 |
0 |
6 |
33 |
|
16 |
P. Gasol |
@UTA |
40 |
66,7 |
0,0 |
81,8 |
14 |
2 |
0 |
2 |
1 |
33 |
|
17 |
K. Bryant |
@OKC |
36 |
48,0 |
75,0 |
71,4 |
7 |
3 |
0 |
0 |
5 |
32 |
|
18 |
P. Pierce |
@MIA |
44 |
47,8 |
40,0 |
75,0 |
8 |
3 |
1 |
0 |
3 |
32 |
|
19 |
K. Bryant |
@UTA |
42 |
47,8 |
0,0 |
83,3 |
3 |
4 |
1 |
0 |
3 |
32 |
|
20 |
J. Nelson |
@CHA |
38 |
57,1 |
55,6 |
100,0 |
4 |
3 |
4 |
0 |
0 |
32 |
Was auffällt: Nur LeBron James lieferte in seinem Sahnestück
gegen die Bulls einen Triple-Double. Apropos: Das atemberaubendste Performance
dieser Playoffs fehlt in der Aufstellung oben. Das wäre nämlich das
Meisterstück des Rajon Rondo gegen Cleveland:
Rajon Rondo: 47 Minuten, 9/21 Feldwürfen, 0/1 Dreier, 11/16
Freiwürfen, 18 Rebounds, 13 Assists, 2 Steals, 29 Punkte.
Ebenfalls auffällig: Fast die gesamte Postseason über gab
es, Berichte zu lesen, in denen geunkt wurde, dass Kobe Bryant nicht mehr der
Alte sei. Nun … Fünf Spiele mit 32 oder mehr Zählern, plus ein tadelloses
Gespür dafür, wann er mit einem extraordinären Auftritt eine Serie kippen kann,
sprechen eine andere Sprache. Gibt es einen besseren „Closer", also einen
besseren Spieler, der am Ende eine Partie nach Hause fahren kann? Nein, den
gibt es momentan nicht.
Hoffen wir, dass es noch einige Heldentaten in den
Conference Finals zu bestaunen gibt. Denn das macht die Playoffs aus und
unvergesslich. Wenn ein Star „in the Zone" ist, wenn alles, was ein Spieler gen
Korb wirft Nylon findet, wenn dies in einer hoch wichtigen Situation passiert,
dann brennt sich das in den Hirnen fest.
Dann passiert „amazing" und darum geht es …
Legende: MIN – Minuten, FG% – Feldwurfquote, 3P% – Dreierquote, FT% – Freiwurfquote, REB – Rebounds, AST – Assists, STL
– Steals, BLK – Blocks, TRN – Turnover, PKT – Punkte
Tag fünfundzwanzig:
17. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 17. Mai
40 Punkte, Flüssigkeit aus dem Knie gezogen, 13 von 23 Würfen getroffen, ein gebrochener Finger, je fünf Rebounds sowie Assists und eine knallgelbe Kniebandage. So oder so ähnlich liest sich die persönliche Bilanz von Kobe Bryant nach Spiel eins der Western Conference Finals.
Vergessen wir aber für einen Moment die Tatsache, dass die Lakers dank Bryants Detonation bereits zum Serienauftakt ihren Kontrahenten eine immense Denkaufgabe stellen.
Wie sollen die Suns die Schwarze Mamba in den Griff bekommen, die sich von keinen körperlichen Nachteilen an derartigen Edelleistungen hindern lässt?
Wie gesagt, schieben wir für einen Moment die Western Conference Finals zur Seite. Wenden wir uns der Lieblingsdiskussion der Saison 2008/09 zu, einer Debatte, die in dieser Saison jäh zum Erliegen kam. Wer ist der beste Spieler der NBA? Vor zwölf Monaten gab es auf diese Frage zwei legitime Antworten: Kobe oder LeBron. 2009/10? Bis vor einigen Tagen blieb nur noch ein Name übrig: LeBron.
Und jetzt? Immer noch nur ein Name, nur halt ein anderer …
Es wäre mehr als unfair, die Saison von James auf seine Leistungen in den letzten beiden Spielen 2009/10 zu reduzieren. Dennoch … Ist nicht Michael Jordan die Ikone des Basketballsports, gerade weil er in den entscheidenden Situationen, der Crunchtime über sich hinauswuchs? War sein Killerinstinkt nicht einzigartig? Wer hatte nicht dieses unbeschreibliche Gefühl, jedes Mal, wenn einer seiner Gamewinner durch die Luft glitten? Leistete MJ sich jemals solche Aussetzer wie James – egal, wie angeschlagen His Airnes auch war?
Sicher, auch Kobe lieferte in seiner Karriere einige echte Stinkbomben ab, wenn es in den Playoffs wichtig wurde. Als Beispiele seien hier vor allem das siebte Spiel gegen die Suns 2006 aufgeführt, als Bryant in der zweiten Hälfte einfach aufhörte zu werfen und die Lakers mit 32 Punkten Unterschied aus der Halle gefegt wurden. Oder die vierte und sechste Partie der Finals 2008 gegen Boston als KB24 in beiden richtungweisenden Begegnungen zusammen 13 seiner 41 Würfe traf.
Im Sport zählt aber nun mal immer nur das, was du als Letztes geleistet hast. Nicht nur Kobe-Fans werden nach der gestrigen Leistung des 31-Jährigen bestätigen, dass Nummer 24 und nicht bald-Nummer-6 momentan der beste Basketballer der Welt ist.
Mit Recht?
Im Moment ist Kobe Bryant die richtige Antwort. Sein Spiel ist dank des sicheren Distanzwurfes, den ausgefeilten Bewegungen, dem vorhandenen Repertoire an Moves am Zonenrand (deren Studium LeBron bis heute sträflich vernachlässigt) vielseitiger. Nicht im Sinne von Triple-Double-Vielseitigkeit, sondern in Sachen Wenn-du-mir-diese-Option-nimmst-schlage-ich-dich-eben-anders. Oder kurz: Kobe kann mehr Dinge im Angriff bringen als LeBron.
Nicht weil er athletischer ist oder kräftiger, sondern weil er in dieser Hinsicht der besser ausgebildete Basketballer ist. Außerdem, klarer kann das wohl niemand zeigen, versteht Bryant es meisterhaft, sich auf Verletzungen einzustellen, Schmerzen zu ignorieren und seine Spielweise entsprechend anzupassen.
Diese Runde geht also an Kobe Bryant.
LeBron wird erst in der nächsten Saison wieder angreifen können. Dann könnte die Antwort eine andere sein … wenn der King ein bisschen mehr zu Kobe wird.
Tag Vierundzwanzig:17. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 17. Mai

Offense wins games, defense wins championships! Der Spruch ist mindestens so alt, wie die NBA. Trotzdem trifft er heute noch genauso zu wie in all den Dekaden zuvor. Beispiel gefällig? Dann doch einfach mal auf die Spiele der Boston Celtics in diesen Playoffs blicken.
Gut, niemand will behaupten, dass das Team von Doc Rivers auf der Schwelle zur nächsten Meisterschaft steht, aber die Beweislage, dass grandiose Defensive, sehr gute Offensiv schlägt kommt dank der Kelten sehr erdrückend daher.
Das zeigen auch die Zahlen …
„Defensive Effizienz" ist eine mittlerweile anerkannte und recht einfache Statistikform, um die Teamleistung in der Verteidigung zu erheben. Die Formel dafür ist denkbar simpel: Wie viele Punkte werden gegen ein Team in 100 Ballbesitzen des Gegners erzielt?
In der regulären Saison führten Charlotte und Orlando die Liga mit einem Wert von 100,2 Zählern an. Boston belegte mit 101,1 Punkten zusammen mit den Lakers Platz fünf. Ein Blick auf die Defensive Effizienz der Playoffs 2010 offenbart ein ähnliches Bild: Orlando belegt den Spitzenrang (94,6), Boston rangiert dahinter (97,3).
Dass die Magic in dieser Statistik ganz oben zu finden sind, ist recht einfach zu begründen. Das Team von Coach Stan Van Gundy ist eh eines der besten in der NBA, wenn es um Defense geht. In den ersten beiden Playoff-Runden standen „Verteidiger des Jahres" Dwight Howard und Co. mit den Bobcats und Hawks zwei – gelinde gesagt – etwas überforderte Gegnern gegenüber. Dass die Magic also von allen Postseason-Teilnehmern am wenigsten Punkte zuließen zuließen, ist also das Produkt einer eh schon guten Defensive gepaart mit unterlegenen Gegnern. Deshalb ist die Leistung Orlandos – so formidabel diese auch ist – nicht gerade überraschend.
Im Gegensatz zu der, der Celtics …
Boston bekam es bisher mit Miami und Cleveland zu tun. Sicher, auch die Miami Wades kamen nicht gerade als Offensiv-Tsunami daher, aber vor allem die Leistungen gegen die Cavs waren erstaunlich. Immerhin knackte das Team mit der besten Bilanz der regulären Saison in keinem der vier Siege Bostons die 90-Punkte-Marke!
Boston hatte für alle Fragen der Cavs eine defensive Antwort, genau wie im ersten Spiel gegen die Magic – zumindest in der ersten Hälfte. In den 24 Minuten vor der Pause gelangen Orlando 32 Punkte. Boston frustrierte Dwight Howard mit extrem physischer Verteidigung durch Rasheed Wallace sowie Kendrick Perkins. An der Dreierlinie vermochte kein Magic in Ruhe Maß zu nehmen – die Celtics-Verteidiger stürzten bereits mit dem ankommenden Ball auf sie zu.
Orlando hatte in den Playoffs bisher in keiner Partie weniger Punkte erzielt, schlechter aus dem Feld oder von der Dreierlinie geschossen.
Die Verteidigung Bostons ist der Schlüssel für die überraschende Renaissance der Champions von 2008. Sie ist der Grund, warum das Team selbst in Partien mit länger anhaltender offensiver Ebbe immer noch in Schlagdistanz bleibt.
So auch gegen die Magic.
Als noch 5:33 Minuten zu spielen waren im vierten Viertel, schien der Korb Orlandos plötzlich wie mit Plexiglas abgedichtet. Aus einem 88:75 für Boston wurde ein 88:85. Erst 12,9 Sekunden vor Schluss, kam per Freiwurf das Ende der Durststrecke.
Doch warum kommt die Defense gerade jetzt in den Playoffs zurück? Was war in den letzten Saisonwochen los, als die Celtics elf der letzten 21 Spiele verloren?
Kurz gesagt: Boston ruhte sich aus. Hier ein Blick auf die Spielzeiten der Starting Five in den letzten beiden Monaten der regulären Saison im Vergleich zum Januar und Februar:
Spieler Januar Februar März April Playoffs
Ray Allen 37,5 37,5 31,3 32,9 37,0
Kevin Garnett 31,6 28,6* 28,8 29,8 34,8
Paul Pierce 37,0 31,9* 30,4 33,6 37,3
Rajon Rondo 40,8 37,3 34,2 38,9 42,2
Kendrick Perkins 31,9 25,1 25,9 26,3 26,8
*Verletzt, spielte weniger als zehn Partien in diesem Monat.
Fazit: Die Celtics waren also schon im regulären Ligatrott und mit stark reduzierten Spielzeiten der Stars eines der besten Defensivteams der NBA. Jetzt ausgeruht und neu fokussiert spielen sie in den Playoffs den besten Ball der Saison.
Das sind keine guten Nachrichten für die Konkurrenz. Sicher, die Celtics sind älter als noch vor zwei Jahren. Doch kein Team hat die Big Three, wenn sie alle gemeinsam gesund waren, in einer Playoff-Serie geschlagen. Kobe Bryant 2008 nicht und auch LeBron James 2010 scheiterte.
Am Ende des Tages war der Sensationssieg gegen die Cavaliers also gar keiner. Die Boston Celtics haben die Konkurrenz und auch alle Experten über die letzten beiden Monate der regulären Saison eingelullt. Clever gemacht.
Tag Dreiundzwanzig:
13. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 13. Mai

Boston 94, Cleveland 85
Es ist passiert: LeBron James und die Cleveland Cavaliers sind aus den Playoffs 2010 ausgeschieden. Die Boston Celtics ließen sich vor heimischer Kulisse ihr selbsterklärtes Spiel sieben (O-Ton Kevin Garnett) nicht nehmen.
Viel wird in den kommenden Wochen darüber spekuliert werden, was diese Niederlage für Auswirkungen auf den Profibasketball in Cleveland haben wird. Bleibt LeBron James oder verlässt er den Club nach sieben Saisons als Free Agent? Ist Mike Brown auch 2010/11 noch Coach des Teams? Was passiert überhaupt mit den Cavaliers, einer alternden Mannschaft, die für das Hier und Jetzt, nicht für die Zukunft gebaut ist?
Diese Diskussionen wird es in den kommenden Wochen zu Genüge geben …
Legen wir heute lieber den Fokus auf die Boston Celtics. Dieses von vielen schon abgeschriebene Team, den Meister 2008. Was ist in Massachusetts passiert, dass diese noch vor Wochen so abgetakelt, ja gleichgültig wirkende Truppe wieder Fahrt aufnahm?
Als allererstes muss festgestellt werden, dass diese Celtics ein Spitzenteam waren und auch sind. In die aktuelle Spielzeit starteten sie mit einem eindrucksvollen 23-5-Lauf. Darunter hochkarätige Auswärtssiege in Cleveland, San Antonio, Oklahoma City und Orlando.
Sicher, die ersten Saisonwochen sind meist mit Vorsicht zu genießen, spielen sich im November die meisten Teams doch erst ein und können ihr wahres Potenzial noch nicht abrufen.
Bei den Celtics passierte eher das Gegenteil. Im Dezember gab es Probleme mit Verletzungen und auch der Motivation. Boston stellt ein altes Team auf das Parkett, welches genau weiß, dass eine Meisterschaft erst im April, Mai und Juni gewonnen wird.
Außerdem musste dieser Kader erst seine neue Hierarchie finden. Denn die Big Three des Meisterjahres gibt es so nicht mehr. Sicher sind Kevin Garnett, Paul Pierce und Ray Allen noch immer zu großen Leistungen fähig, doch vor allem Rajon Rondo stieg immer mehr zum wichtigsten Spieler des Teams empor.
Die Verantwortung, Würfe, etc. neu zu verteilen dauert in einer Mannschaft mit so vielen gleichberechtigten Alphatieren seine Zeit – zumal auch Kendrick Perkins oder Glen Davis ins Rampenlicht drängten. Gleichzeitig störten immer wieder Verletzungen den Rhythmus von Coach Doc Rivers' Truppe.
Als es Richtung Playoffs ging, klar wurde, dass die Celtics in der ersten Runde den Heimvorteil sicher haben würden, hatten die arrivierten Celtics Zeit sich zu erholen. Ziel: Körperlich Ausgeruht und mental neu fokussiert in die Playoffs zu gehen.
Dies gelang wie wir heute wissen.
Boston besann sich auf seine außergewöhnlichen Defensivqualitäten, erlaubte den Cavaliers in keinem der vier Celtics-Siege auch nur einmal 90 Punkte zu erreichen.
Zwar sind die Zeiten der Ubuntu-Brüllerei in Boston vorbei, doch die Grünen ziehen wieder an einem Strang. Die Rollen sind klar verteilt, niemand neidet seinem Nebenmann Würfe oder Minuten.
Rudy Tomjanovich sagte einst als Coach der Houston Rockets, dass man niemals das Herz eines Champions unterschätzen sollte. Die Celtics zeigen mal wieder, wie Recht der Mann hatte!
Tag Zweiundzwanzig:
11. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 11. Mai

Cleveland 88, Boston 120
War es das? Das letzte Spiel von LeBron James in Cleveland? Das letzte Spiel als Cavalier vor „seinen" Fans in der Quicken Loans Arena?
Wenn ja, hat er sich mit einer unterirdischen Leistung verabschiedet, einer Enttäuschung ersten Grades, einer Blamage. In nackten Zahlen ausgedrückt, sah James' Abend so aus:
3/14 Feldwürfe, 0/4 Dreier, 6 Rebounds, 7 Assists, 1 Steal, 0 Blocks, 3 Turnover, 15 Punkte
Natürlich darf und sollte niemand ein Spiel als Maßstab für eine ganze Karriere oder selbst eine Saison nehmen, doch der Totalausfall des LeBron J. aus C. muss näher betrachtet werden.
Die allererste Frage ist natürlich die nach dem Ellenbogen. Sie muss gestellt werden, und es würde wohl niemanden wundern, wenn in den kommenden Wochen mehr Details über die Verletzung nach außen dringen. LeBron hat das lädierte Gelenk zwar nie als Entschuldigung benutzt, es ist aber angesichts einer solchen Leistung schwer vorstellbar, dass der zweifache MVP sich bester Gesundheit erfreut.
Gleichzeitig muss sich aber auch gefragt werden, warum James einerseits, wie in Spiel drei, sein Team zum Sieg trägt, dann aber wie in der fünften Partie zum unbeteiligten Mitspieler mutiert. Seinen ersten Korb erzielte der King in der Mitte des dritten Viertels!
Nummer 23 war in seiner gesamten Karriere noch nie verletzt gewesen. Er weiß also nicht, wie das ist, mit Schmerzen zu spielen. Vielleicht muss er erst lernen, wie das geht. So wie Michael Jordan, Larry Bird oder Magic Johnson vor ihm, die allesamt in ihrer Playoff-Karriere legendäre Leistungen ablieferten, obwohl sie stark gehandicapt waren.
Ohne ihren Star in Bestform zeigte sich abermals, dass diese Cavs – so hoch gelobt die Architektur ihres Kaders auch sei – keinen zweiten Superstar in ihren Reihen haben. Niemand kann sich neben James einen eigenen Wurf kreieren. Antawn Jamison, Mo Williams, Shaquille O'Neal - alle leben sie von James, der Aufmerksamkeit, die er zieht, den Räumen, die er schafft.
Es ist das Geheimnis dieser Cavs, dass an Tagen, an denen LeBron James nicht LeBron James ist, niemand im Kader steht, der in die Bresche springen kann. Außerdem scheint dem Team die Energie zu fehlen, wenn der Anführer keine Glanzleistung abruft. Als Beweis sei hierfür die Wurfquote der Celtics in Spiel fünf angeführt: 55,0 Prozent aus dem Feld, 53,3 Prozent von der Dreierlinie.
Eigentlich sollte eine Mannschaft defensiv immer funktionieren, egal was vorne passiert. Mehr noch: Sie sollte in der Verteidigung einen Gang höher schalten, wenn vorne die Würfe nicht fallen. Bei den Cavs fielen nur die Spieler … in Lethargie.
Was würde ein Aus in der zweiten Runde für die Zukunft der Cavs bedeuten? Ist das frühe Scheitern gleichzusetzen mit dem Abschied des Kings? Für eine solche Prognose ist es noch zu früh. Fest steht jedoch, dass James nicht gefallen kann, was er sieht.
In diesem Cavs-Team fehlt nicht nur der Co-Star. Die Leistungsträger im Frontcourt sind alt (Shaq 38 Jahre, Zydrunas Ilgauskas 34, Antawn Jamison 33), einen echten Point Guard im Team gibt es nicht.
Es ist also beileibe nicht so, dass James in Cleveland die besten Chancen auf einen Titel hätte. Der momentane Kader braucht eine Generalüberholung, selbst wenn LBJ in der Stadt bleibt.
Diese dunklen Wolken, die sich über Cleveland und auch über LeBrons Status als bester Spieler der NBA zusammen ziehen, können nur durch zwei Siege gegen die Celtics verjagt werden. Schaffen die Cavs nicht das Comeback, droht eine ganz bittere Zukunft für die Franchise und den Star, dem dann der Makel des Losers anhängt. LeBron als einer, der es in der Crunchtime nicht bringt.
Wer hätte das noch im April gedacht?
Tag einundzwanzig:
9. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 9. Mai

Boston 97, Cleveland 87
Rajon Rondo. Sein Name fehlte eigentlich in jeder Diskussion als es um die Ernennung des besten Point Guards der Liga ging. Der Aufbau der Boston Celtics, sieht dies freilich nicht wirklich so. „Also ich denke, dass ich der beste Point Guard der NBA bin", erklärte er im Interview im Januar diesen Jahres in der Trainingsanlage der Celtics. Arroganz? Größenwahn? Nichts davon war in seinen Augen zu sehen, als er diese Worte sprach.
Rajon Rondo ist selbstsicher, das muss er sein. Außerdem ist der Mann intelligent, höchst intelligent. Er ist so intelligent und davon überzeugt, Recht zu haben, dass er zeitlebens Probleme mit seinen Trainern bekam. Warum? Weil er die Spielzüge und Verteidigungsstrategien so klar durchschaute, so detailliert studierte, dass er sich eine eigene Meinung bildete … die nicht immer mit der der Coaches in Einklang war. Das mag jetzt komisch klingen: Aber eine solche Hingabe ist selten in der NBA.
Nun also diese Leistung gegen die Cavs in Spiel vier: 29 Punkte, 18 Rebounds und 13 Assists. Mit vier Triple-Doubles in den Playoffs rangiert Rondo an zweiter Stelle der Celtics in dieser Kategorie. Vor ihm? Nur Larry Bird mit zehn Triple-Doubles. Larry Legend spielte in seiner Karriere in 164 Playoff-Partien. Rondo absolvierte gegen Cleveland seine 49., er wurde im Februar 24 Jahre alt.
Rondo spielte 47 Minuten, weil sein Team ohne ihn einfach nicht dasselbe ist. Der 1,85 Meter große Point Guard ist in dieser Postseason Topscorer der Celtics (17,9 Punkte), bester Assistgeber (11,4) sowie bester Balldieb (1,9 Steals). Bei den Rebounds liegt er mit 7,1 Brettern auf dem dritten Platz – Kevin Garnett (2,11 Meter und 8,1) und Kendrick Perkins (2,08 und 7,3) liegen knapp vor ihm.
Gegen die Cavs bestimmte er von der ersten Minute an das Tempo der Partie. Es scheint, als könne sich kein Celtic ohne Rondos Hilfe konstant einen eigenen Wurf schaffen. Im Fastbreak zeigt er Pässe, die ein drittes Auge irgendwo im schief sitzenden Stirnband vermuten lassen.
Eigentlich entspricht das ewig herunter gebetete Bild der „Big Three", auch die Erweiterung auf „Big Four", nicht der Wirklichkeit. Die Celtics sind alt, ihr vermeintlich bester Eins-gegen-Eins-Spieler wirft nur 40,0 Prozent aus dem Feld und 33,3 Prozent von der Dreierlinie.
Ist Rondo also „The Big One"? Das muss die (nahe) Zukunft zeigen. Eines ist aber schon jetzt klar - die Celtics werden nur soweit kommen, wie Rondo sie tragen kann.
Doch lösen wir uns für einen Moment von der grandiosen Leistung Rajon Rondos.
Die Leistung der Cavs warf abermals Fragen nach der Zusammenstellung dieses Teams auf. Nur mal ein paar Gedanken zu den Defiziten dieser Mannschaft, die noch eine Menge zu beweisen hat:
-
• Kann jemand außer LeBron James einen eigenen Wurf kreieren? Mo Williams (40,6 FG% und 32,6 3P%)? Nein. Antawn Jamison? 79,8 Prozent seiner Würfe als Cav wurden durch einen Assist vorbereitet. Shaquille O'Neal? Der Diesel rumpelt nur noch im ersten Gang und scheint selbst bei offenen Dunks enorme Energieleistungen abrufen zu müssen, um über Ringniveau zu kommen.
• Wo ist die Kreativität in der Offensive? Im vierten Viertel des vierten Spiels gegen die Celtics schaltete Cleveland wieder in den Alle-aus-dem-Weg-LeBron-geht-zum-Korb-Modus. Dieses Manöver klappt allerdings nicht mehr über Minuten am Stück; vor allem, wenn der Ellenbogen irgendwie zwickt.
• Können die Cavs an einem mittelprächtigen Tag LeBrons überhaupt gewinnen? 23 Punkte steuerte er zu den beiden Niederlagen gegen die Celtics bei, in den Siegen erzielte er 36,5. Braucht Cleveland seine Dominanz, um offensiv in Gang zu kommen?
• Schließlich: Lebt Zydrunas Ilgauskas noch? Wäre es nicht an der Zeit, Platz am Korb zu schaffen und den Litauer mit dem weichen Distanzwurf zu bringen? Zumindest für 15 Minuten pro Partie?
• Und: Muss Orlando wirklich Angst haben vor diesen Cavs?
Die Phoenix Suns haben es geschafft. Nach Jahren des vergeblichen Anrennens gegen die Spurs wurden die Geister der Vergangenheit in einer unglaublich effizienten Serie vertrieben. Nach diesem überzeugenden 4-0 gegen die Spurs bleiben drei wichtige Erkenntnisse:
1. Die Suns haben nach Jahren des Sparzwangs endlich eine Bank, die den Namen verdient. Damit ist jetzt noch nicht mal Goran Dragic und seine Explosion in Spiel drei gemeint. Fünf Akteure - Dragic, Channing Frye, Louis Amundson, Jared Dudley und Leandro Barbosa - kommen als Ersatzleute ins Spiel. Fünf! Vorbei sind die Zeiten, da die Suns mit sieben Akteuren in die Postseason gingen, die sich auch Hoffnungen machen durften, mal wichtige Minuten zu spielen. Dieser zweite Anzug passt perfekt zu den Startern, können die Backups doch genau so gut aus der Distanz agieren, verteidigen (!) und im Halbfeld spielen. Nicht auszudenken, wie stark die Suns in der Vergangenheit schon hätten sein können, hätten sie nicht Rajon Rondo, Luol Deng und Rudy Fernandez verschifft, bevor sie ein Suns-Trikot überstreifen konnten …
2. Der Sweep bringt vor allem eines: Zeit zum Ausruhen. Steve Nash (36 Jahre alt) und Grant Hill (37) sind extrem wichtige Stützen des Erfolgs. Beide dürften sich über mehr Zeit bei den legendären Physiotherapeuten der Suns freuen, bevor es dann wohl gegen die Lakers in die Conference Finals geht. Vor allem Hill wird all seine Kraft brauchen, wird er doch als Hauptverteidiger gegen Kobe Bryant agieren.
Tag zwanzig:
8. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 9. Mai

Utah 110, LA. Lakers 111
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Zwölf Führungswechsel und zwei Unentschieden allein im letzten Viertel!? Unmögliche Dreier? Ein Buzzer-Beater der „soknappdaneben" ging, dass das eigene Herz einen Schlag aussetzte?
Wie hieß es noch in den 90er-Jahren? I Love This Game! Und dieses Spiel der Lakers bei den Jazz zeigte mal wieder, dass sich diese Liebe mehr als lohnt.
Ein Team (Utah) stand bereits mit dem Rücken zur Wand, hatte aber die beiden Spiele in der Fremde nur knapp verloren. Entsprechend aufgepeitscht waren die Heimfans von Beginn an.
Das andere Team kam als amtierender Champion in die Stadt; bereit, alles dafür zu geben, diese dritte Partie und damit auch die Serie für sich (vor) zu entscheiden.
Von Beginn an entwickelte sich ein Schlagabtausch, der den historischen Fights von Muhammad Ali und Joe Frazier in nichts nachstand.
Interessant dabei die zentralen Duelle, die innerhalb des Spieles ausgetragen wurden:
Jerry Sloan vs. Phil Jackson
Sloan hatte einen Plan und er ging über weite Strecken auf. Immer wieder schickte er einen zweiten Verteidiger in Richtung Kobe Bryant und zwang so den Ball aus den Händen des Superstars. Außerdem hatte er seinem Team eingebläut noch genauer die eigenen Plays zu laufen, härtere Blöcke zu stellen, so freie Würfe zu kreieren. Jackson auf der anderen Seite positionierte seine Schützen perfekt an der Dreierlinie, um diese Taktik zu bestrafen.
Kyle Korver vs. Ron Artest
Gibt es ein ungleicheres Paar in dieser Serie, ja in den ganzen Playoffs? Hier der Pastorensohn aus Iowa, dort der harte Junge aus Queensbridge. Beide spielten ihre beste Partie dieser Playoffs, beantworteten die Dreier des anderen mit eigenen Distanzbomben. Korver jedoch war der Heißere von beiden. Neun seiner zehn Würfe fanden Nylon, jeder seiner fünf Dreier rauschte durch das Netz. An diesem Abend hätte er zum Abkühlen im Krater des Eyjafjallajökull baden können, so heiß war das Ashton-Kutcher-Double.
Deron Williams vs. Kobe Bryant
Sie verteidigten sich zwar nur selten direkt, doch die beiden Superstars bestimmten den Rhythmus ihrer Teams, trieben sie an, verteilten den Ball oder punkteten durch ihren schieren Willen.
Wenn es einen Basketballgott gibt, dann endet diese Serie nicht in einem Sweep. Erinnerungen an Boston gegen Chicago anno 2009 werden wach. Bitte noch mindestens zwei Spiele wie diese …
Was soll über diese Hawks noch geschrieben werden? Erst quält sich das „Team" in der Auftaktserie gegen die dezimierten Milwaukee Bucks über sieben Spiele in die nächste Runde. Jetzt schlafwandelt ein Team, welches zur Elite des Ostens gezählt werden wollte gegen die Orlando Magic geradewegs in einen potenzielles 0-4-Debakel hinein.
Der aufmerksame Leser wird im obigen Absatz bemerkt haben, dass das Wort Team in Anführungszeichen gesetzt wurde. Aufmerksame Beobachter der Hawks wissen auch warum.
Diese Mannschaft präsentiert sich nicht als solche. Was die Hawks in dieser Postseason auf das Parkett bringen, ist in Sachen Teamplay ganz unten anzusiedeln. Eigentlich unverständlich, finden sich im Kader doch einige talentierte Akteure, deren Fertigkeiten gut aufeinander abgestimmt scheinen.
Doch anstatt die eigene kaderweite Athletik gewinnbringend einzusetzen, defensiv als Einheit zu agieren, fliegen die Hawks allabendlich ihre ganz eigenen Routen.
Warum?
Zum Einen scheint es einen Riss zwischen Trainer Mike Woodson und seinen Schützlingen zu geben. ESPN-Reporter Ric Bucher berichtete schon in der Serie gegen die Bucks, dass viele der Spieler Ansagen ihres Vorgesetzten nur mit einem Augenrollen quittierten. Ihre Blicke sprachen eine klare Sprache: „Red du mal, Coach … Wir machen es eh wie wir wollen."
Dementsprechend sehen auch die Leistungen auf dem Feld aus.
Beispiel Joe Johnson. Der All Star wird im kommenden Sommer Free Agent und sollte doch daran interessiert sein, sich in der Postseason möglichst gut zu präsentieren. Johnson ist beleibe kein Superstar, keiner, der unter normalen Umständen einen Maximalvertrag fordern kann.
Will er auf die höchst möglichste Weise entlohnt werden, sollte er auch die Einstellung eines Gewinners an den Tag legen. Stattdessen scheinen Johnson die eigenen durchwachsenen Playoff-Leistungen (18,3 Punkte, 39,1 FG% und 22,9 3P%) recht gleichgültig zu sein. Auf die Frage eines Reporters, ob er sich gerade selbst um einige Millionen bringe, antwortete Johnson knapp: „Nein."
Na dann ist ja alles in Ordnung.
Angesichts dieser Gleichgültigkeit sowie des klaren Rückschritts, den die Hawks in dieser Postseason zeigen, dürften die Veränderungen im Sommer massiv ausfallen. Dass Johnson und Coach Mike Woodson bleiben, erscheint mehr als unwahrscheinlich.
Beibt zu hoffen, dass die Hawks zumindest im vierten Spiel aufwachen und das eigene Potenzial zumindest abzurufen versuchen. Sie schulden es den Fans.
Tag achtzehn:
5. Mai: Ergebnisse | Die Top 5 des Tages | NBA Highlights vom 5. Mai

Phoenix 110, San Antonio 102
2-0 für die Suns, doch wer jetzt denkt, dass diese Serie quasi beendet ist … Tja, dem sei der alte Leitsatz der NBA zurück ins Gedächtnis gerufen, dass ein Playoff-Aufeinandertreffen erst beginnt, wenn das Heimteam sein erstes Spiel verliert.
Es wäre fahrlässig, die Spurs nach zwei Niederlagen in der Fremde abzuschreiben. Jeder Basketballfan mit etwas historischem Hintergrund sollte es besser wissen. Immerhin geht es hier um Tony Parker, Manu Ginobili, Tim Duncan, vor allem aber Gregg Popovich.
Zwischen dem Spurs-Coach und Suns-Trainer Alvin Gentry wird in den beiden Begegnungen in Texas eine höchst interessante Schachpartie ausbrechen. In den Playoffs geht es nun mal um diese kleinen Winkelzüge, die den Gegner überraschen, ihn aus dem Rhythmus bringen, zwingen andere Dinge zu tun, als die, die er gern möchte.
Zug und Gegenzug darum geht es, und kaum eine Figur auf Seiten der Suns ist so wichtig wie … Grant Hill.
Richtig gelesen. Grant Hill. Der 37-jährige Small Forward, der in den Playoffs noch ohne Treffer von der Dreierlinie ist und unbeeindruckende 9,1 Punkte pro Spiel auflegt. Grant Hill? Wirklich?
Ja.
Wer Zweifel an der Wichtigkeit des ehemaligen Superstars für die Aussichten der Suns hat, sollte kurz in Portland anrufen. Genauer gesagt, bei Andre Miller. Dem Andre Miller, der noch in der ersten Partie gegen Phoenix 31 Punkte und acht Assists eingestreut hatte. Der Andre Miller, der zehn seiner 17 Würfe traf.
Wo war dieser Andre Miller im fünften und sechsten Spiel der Auftaktserie als die Blazers eine siebtes Partie hätten erzwingen können? In der Obhut Grant Hills. Da war er.
Grant Hill, der anno 1999/00 noch 25,8 Zähler, 6,6 Rebounds sowie 5,2 Assists lieferte, hat sich vom absoluten Superstar und MVP-Kandidaten zu einem Defensivspezialisten gewandelt. Noch mal: Im Alter von 37 Jahren. Es ist jener Grant Hill, der während einer fünf Saisons währenden Leidenszeit, aufgrund eines Knöchelbruchs und den daraus resultierenden Komplikationen, in der Notaufnahme dem Tod ins Auge geblickt hatte. Damals ließ eine Entzündung in seinem Sprunggelenk, die Körpertemperatur auf über 40 Grad steigen.
All das ist, Gott sei Dank, Geschichte …
Auch Manu Ginobili weiß ein Lied davon zu singen, wie effektiv der Oldie Hill aktuell als Verteidiger auf dem Flügel agiert. Sicher, die elf Assists des Argentiniers in der zweiten Partie hielten die Spurs lange im Spiel, doch die eigene Offensive litt immens unter dem Druck Hills. Nur acht Würfe ließ er seinem Gegenüber, Ginobili traf deren zwei.
Ohne die Kreativität des Gauchos fehlt der Spurs-Offensive dieses gewisse Etwas, das Überraschungsmoment. Gleichzeitig zeichnet sich Hill im Angriff durch seine Über-Intelligenz aus. Neben Steve Nash bewegt sich niemand so clever in der Hälfte des Gegners, Hill macht den Ball schnell, seine Position im Raum ist perfekt.
Wie also kann Popovich die Brillanz Hills kontern? Gut möglich, dass er Tony Parker in die Erste Fünf zurück beordert, um ihn neben Ginobili beginnen zu lassen. Immerhin ist Nash defensiv eine Schwachstelle, die der Franzose zu nutzen wissen sollte. Gleichzeitig wird sich Coach Pop etwas einfallen lassen müssen, um Ginobili einfachere Würfe zu kreieren.
Die dritte Partie dieser Serie wird eine für absolute Basketballliebhaber sein. Von wegen vorbei, hoffentlich gibt es noch viele Partien in diesem Matchup.
Tag siebzehn:
4. Mai: Ergebnisse

Orlando 114, Atlanta 71
Autsch! Soviel zu den Themen „Die Magic sind eventuell etwas eingerostet nach der langen Pause" und Dwight „Foul on you" Howard. Die Orlando Magic haben mit ihrer 43-Punkte-Demontage der Hawks den Status des dominantesten NBA-Teams dieser Playoffs an sich gerissen und müssen als Favorit auf die Ostkrone gelten.
Schwer zu glauben, dass Atlanta mehr als nur ein Sparringspartner in dieser Serie sein wird. Zu offensichtlich war die Überlegenheit der Magic in allen Bereichen, als das es auch nur einen erdenklichen Weg geben würde, dass die Hawks weiterkommen. Atlantas übertriebenes Eins-gegen-eins-Spiel mag gegen die dezimierten Milwaukee Bucks noch (gerade so) zum Erfolg geführt haben. Gegen eine taktisch und talenttechnisch überlegene Mannschaft wie die Magic, steht das Team von Coach Mike Woodson vor einem unlösbaren Rätsel.
Alle Stärken, die Atlanta in die Wagschale werfen kann, werden von den Fähigkeiten der Magic ausradiert. Athletik am Brett? Dwight Howard ist das perfekte Gegenmittel – er fängt mal eben einen faulen Korbleger von Josh Smith im ersten Spiel aus der Luft! Die sicheren Distanzschützen Mike Bibby, Joe Johnson und Jamal Crawford? Alle bestens aufgehoben bei Jameer Nelson, Matt Barnes und … ja … sogar Vince Carter.
Last but not least wäre da die Bank. Atlanta verlässt sich fast ausschließlich auf Crawford (15,9 Punkte und 38,1 FG%), Zaza Pachulia (4,4 Punkte, 3,1 Rebounds) und Maurice Evans (1,9 Punkte und 0,9 Rebounds). Orlando? 41 Punkte steuerte die Reserve zum Kantersieg gegen die Hawks bei – mehr als die Starter Atlantas, die nur 38 Zähler zu Stande brachten.
Sollten die Magic auch diese Serie in weniger als sechs Spielen zu Ende bringen, dürfte das Team extrem ausgeruht und vorbereitet auf den nächsten Kontrahenten in die Conference Finals gehen. Ein unschätzbarer Vorteil, sollte das Aufeinandertreffen der Celtics und Cavaliers sich über sechs, sieben hart umkämpfte Spiele ziehen.
2-0 für die Lakers. 2-0 für Phil Jackson. Von 41 Playoff-Serien im Format Best-of-Seven, die die Lake Show jemals mit 2-0 angeführt hat, ging genau eine verloren – und damals saß nicht der Zen Meister auf der Bank.
Es steht also nicht gut um die Jazz, die abermals vor der Länge der Lakers kapitulieren mussten. 58 Rebounds griff sich L.A., Utah nur 40. Nur deshalb machten sich die 20 Ballverluste der Lakers nicht negativ bemerkbar.
Los Angeles scheint gegen Utah endlich eine Balance zwischen der Offensive des Frontcourts und der von Kobe Bryant gefunden zu haben. Noch gegen die Oklahoma City Thunder schien es so, als könne nur ein Teil des Lakers Ensembles in einem Spiel glänzen, während der andere as Zuarbeiter agierte.
In den beiden Partien gegen die Jazz jedoch erzielte Bryant 31 sowie 30 Punkte, Pau Gasol, Andrew Bynum plus Lamar Odom legten 42 und 50 Zähler auf.
Wenn die Serie in Utah fortgeführt wird, werden die Jazz wohl Andrei Kirilenko zurück im Kader begrüßen. Der Russe, der seit dem 12. März kein Spiel mehr bestritt, dürfte aber kaum in der Verfassung sein, die Größendefizite auszugleichen.
Tag sechzehn:
3. Mai: Ergebnisse

Cleveland 86, Boston 104
Dieses schrille Geräusch, das ihr hört, sind die Alarmglocken in Cleveland. Sie läuten nicht nur laut, sondern seit gestern Nacht in Dauerschleife! Die zweite Begegnung der Cavaliers mit den Celtics zeigte einige der Defizite der Cavs auf, die schon in der Serie gegen Chicago zu sehen waren. Und zwar in aller Härte.
Der Fall: Shaquille O'Neal
Der Diesel war vor Saisonbeginn mit großen Erwartungen unter Vertrag genommen wurden. Mit ihm sollte nicht nur die Lösung für Orlandos Dwight Howard verpflichtet werden, sondern endlich auch eine Präsenz am Zonenrand, ein Veteran, der dort einfache Punkte bringt und mal einen zweiten Verteidiger zieht.
In den Playoffs ist davon bisher wenig bis gar nichts zu sehen.
Gegen die Celtics schießt Shaq 36,4 Prozent aus dem Feld, spielt nur 19,5 Minuten. O'Neal greift 4,0 Rebounds, blockte bisher keinen Wurf und legt 10,0 Punkte auf. Sicher muss der Diesel gegen Kendrick Perkins, einen der besten Verteidiger auf Center ran, ein solcher Totalausfall ist dennoch schockierend.
Der Fall: Mo Williams
Erlebt der Aufbau ein Deja Vu in Sachen Playoffs? Seine Bilanz bisher: zwei Spiele, 39,1 Prozent aus dem Feld, keiner seiner sieben Dreier fand das Ziel. Da werden Erinnerungen an die verlorenen Conference Finals 2009 gegen Orlando wach, als Williams in den ersten vier Spielen nur sechs seiner 29 Dreier traf.
Ohne seine Distanzwürfe fehlen die Räume für die Drives von James oder Antawn Jamison.
Den größten Problemen sieht sich Williams allerdings in der Defensive gegenüber, wo er es mit Rajon Rondo zu tun bekommt. Der beherrscht dieses Matchup momentan nach Belieben. 20,0 Punkte, 15,5 Assists, 5,0 Rebounds, 60,0 Prozent Wurfquote und sogar 66,7 Prozent von der Dreierlinie sprechen eine spektakuläre Sprache.
Williams kann die Penetration Rondos einfach nicht stoppen. Einmal in der gegnerischen Zone angekommen, findet der Celtics-Aufbau dann den freien Mann, der nur noch ablegen muss. Die 51,3 Prozent Wurfquote der Celtics kommt also nicht von ungefähr.
Der Fall: LeBron James und sein Ellenbogen
In der zweiten Partie schien der Ellenbogen, James immer wieder zu stören. Der Star selbst erklärte nach der Partie: „Ich werde weiter versuchen, der Spieler zu sein, der ich bin und werde den Ellenbogen nicht als Entschuldigung anführen. Ich würde nie eine Verletzung als Entschuldigung benutzen!"
Klingt auf den ersten Blick beruhigend, doch gibt der King mit dieser Aussage zu, dass das Gelenk verletzt ist und dass es ihn stört.
Der Ausgang von Spiel drei und auch der ganzen Serie wird davon abhängen, wie sehr LeBron James eben LeBron James sein kann. Er ist der Dreh- und Angelpunkt im Angriff. Die allermeisten Cavs leben von den Räumen, die er schafft. Ist er nicht dazu in der Lage Mo Williams und Antawn Jamison freie Dreier zu servieren, stehen die Cavs vor einem Riesenproblem.
Außerdem wird der King wohl zumindest streckenweise die Bewachung von Rondo übernehmen müssen – ein auch für ihn undankbares Matchup.
Die Alarmglocken werden bis auf weiteres schrillen in Cleveland …
Erst Spurs vs. Mavs, jetzt Suns vs. Spurs… ja sind wir denn ins Jahr 2005 zurück gesprungen? Scheint fast so, jedenfalls traten die Big Three der Spurs und Steve Nash gestern Nacht auf, als wären sie zusammen in einem Delorean mit Flux-Kompensator ins US Airways Center gefahren.
Vor allem bei Nash, der mit 33 Punkten und zehn Assists zum überragenden Mann avancierte, war dies nach seiner Hüftverletzung, nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Doch die drei Tage Pause nach dem frühen Abfertigen der Blazers in der ersten Runde zahlten sich aus.
Apropos Trail Blazers, die Spurs sehen sich in dieser Serie dem gleichen Kampf der Systeme gegenüber wie schon Portland. Die Spurs müssen das Tempo niedrig halten, wenn sie gegen die Suns bestehen wollen.
In der ersten Partie gelang dies nicht. Zwar erzielten die Suns nur sieben Punkte mehr aus einem Schnellangriff heraus als die Texaner, doch vor allem Tim Duncan und Antonio McDyess sind im Halbfeld als Verteidiger viel effektiver.
Coach Gregg Popovich wird sich für die zweite Partie einiges ausdenken müssen, um das Tempo zu verschleppen. Aber gut, es ist ja nicht so, dass er diese Suns zum ersten Mal in seinem Playoff-Leben sieht.
Tag fünfzehn:
2. Mai: Ergebnisse

L.A. Lakers 104, Utah 99
Am Ende war es wieder da: das Gesicht. Den Unterkiefer nach vorne geschoben, die Zähne gefletscht. Keine Frage, Kobe Bryant hatte das Auftaktspiel der Serie gegen die Utah Jazz übernommen.
Nummer 24 zeigte erneut, warum er der beste „Closer" in der NBA ist. Warum er der beste Spieler der Welt ist, wenn es darum geht, eine Partie im Schlussviertel zu entscheiden. Elf der letzten 15 Punkte der Lakers erzielte Bryant. 89:93 hatten die Lakers zu Beginn seines Laufs zurückgelegen. Als die Schwarze Mamba Feierabend machte, dröhnte aus den Lautsprechern „I love L.A." – wie nach jedem Heimsieg der Lake Show.
Dabei hätten seine Heldentaten gar nicht nötig sein sollen in dieser Auftaktbegegnung, die irgendwie über drei Viertel so gar nicht das Gefühl vermittelte, dass die Utah Jazz das Staples Center als Gewinner verlassen würden. Andrew Bynum und Pau Gasol plus Lamar Odom schienen zu lang, zu aktiv an beiden Enden des Feldes, als dass die Jazz gegen die Lakers zu einfachen Punkten in der Zone kommen würden.
Und außerdem war da ja immer noch Bryant, der sich nach seinen zehn Punkten im ersten Viertel, in den folgenden 24 Minuten darauf beschränkte, den Ball ans Brett zu seinen Big Men zu spielen. Dies geschah – so fühlte es sich an – freiwillig, so als würde sich der Mann mit dem gebrochenen Finger und dem schmerzenden Knie ausruhen wollen.
Doch die Ersatzspieler der Lakers gaben innerhalb von 4:29 Minuten zu Beginn des vierten Viertels fast eine komplette Achtpunkteführung her, indem sie einen 8-1-Lauf zuließen. Also musste Bryant ran.
Der Erfolg der Favoriten zeigte – obwohl der Superstar am Ende zum Helden werden musste – die Defizite der Jazzer auf. Auch wenn sie vor der zweiten Partie Andrei Kirilenko zurück bekommen sollten (laboriert an einer Wadenverletzung), gegen die Twin-Towers Gasol und Bynum tut sich das Team von Coach Jerry Sloan extrem schwer, wenn es darum geht, die eigene Offensive ins Laufen zu bekommen.
Während noch gegen die Nuggets enorm viel Bewegung im Spiel der Jazz zu vielen freien Würfen führte, wirkte das Jazz-System merkwürdig zerfahren. Warum? Viele Anspiele in die Zone oder aus dem Pick-and-Roll sind eben gegen zwei 2,13 Meter lange Verteidiger, die mit ihren Armen die Passwege verstopfen, schwer zu spielen.
Außerdem können die beiden Lowpost-Scorer der Jazz, Carlos Boozer und Paul Millsap, nur schwer über ihre längeren Kontrahenten abschließen. Center Kyrylo Fesenko ist offensiv, außer zum Blöcke stellen, nicht zu gebrauchen.
Und dann wäre da noch diese kleine, aber aussagekräftige Statistik: Phil Jackson hat von den 45 Playoffserien (21 davon mit den Lakers), in denen sein Team das erste Spiel gewann, noch keine einzige verloren. Die Serie mag also noch nicht vorbei sein, aber irgendwie ist sie es dann doch.
Es scheint so, als hätte es dann doch bei den Hawks „klick" gemacht. Es dauerte zwar bis zur sechsten Partie dieser Serie, die nie im Leben so lange hätte laufen sollen, aber immerhin …
Wie schon in beim Ausgleich zum 3-3 machte das Team von Coach Mike Woodson defensiv ernst und brachte den Angriff der Milwaukee Bucks zu einem kompletten Stopp. Brandon Jennings und John Salmons trafen zusammen nur elf von 36 Würfen, die Bucks als Team blieben auf einer miserablen Wurfquote von 32,6 Prozent sitzen.
Genau so hätte eigentlich die ganze Serie laufen sollen, immerhin haben diese Hawks viel vor in den diesjährigen Playoffs. Wie so oft aber mit dieser Mannschaft mangelte es am kollektiven Basketball-IQ.
Fragt sich: Was bedeutet das Erwachen der Falken für die zweite Runde gegen die Orlando Magic?
Schwer vorstellbar, dass die Hawks nach dieser – bis auf die letzten beiden Begegnungen – kaum eindrucksvollen Darbietung, den Magic gefährlich werden können.
Die Magic scheinen zu tief besetzt, um gegen die Hawks ernsthaft in Gefahr zu geraten …
Aber …
Da wäre zum Einen der Fakt, dass die Hawks weiterhin im Rhythmus sind, während die Magic bereits eine volle Woche auf ihr nächstes Spiel warten. Ein wenig Pause tut gut, eine so lange inaktive Zeit ist aber eher schädlich. Die Spannung geht verloren und mit ihr die Konzentration. Gut möglich, dass die Hawks also vor allem zum Auftakt überraschen können, weil sie eben mental schneller im Spiel sind.
Und dann wäre da noch die Tatsache, dass Dwight Howard nicht nur kleine Probleme mit seinen Fouls in der ersten Runde hatte.
Schafft es der Defensive Player of the Year nicht, gegen die Hawks länger auf dem Platz zu stehen, gibt es Probleme für das Team von Coach Stan Van Gundy. Denn während die Bobcats am Brett noch sehr ungefährlich daher kamen, wartet nun mit All Star Al Horford und Josh Smith ein ganz anderes Kaliber.
Die erste Partie der zweiten Runde zwischen diesen beiden Teams wird also extreme Brisanz besitzen. Klauen die Hawks den Heimvorteil? Wenn ihnen das gelingen sollte, könnte sich die unnötig lange Serie gegen die Bucks unerwartet auszahlen.
Tag vierzehn:
30. Apr: Ergebnisse

Oklahoma City 94, L.A. Lakers 95
Schade. Extrem schade. 0,5 Sekunden trennten die Oklahoma City Thunder von einem siebten Spiel in Los Angeles. Das wohl spektakulärste junge Team der NBA geht in den Sommerurlaub. Frustriert, enttäuscht aber auch eine wichtige Lektion reicher, die auf harte Weise gelernt wurde.
Es kommt auf die kleinen Dinge in den Playoffs an. Jeder Ballbesitz kann entscheiden. Nicht nur ein Spiel, sondern auch eine Serie.
Natürlich ist Serge Ibaka nicht verantwortlich für die Niederlage, sein verpatztes Ausblocken von Pau Gasol nach dem letzten Schuss von Kobe Bryant, war am Ende entscheidend. Die Lakers lernten diese Lektion schon vor langer Zeit. Champions brauchen dieses Wissen, diese Details, um gegen die Konkurrenz zu bestehen.
Interessanterweise lässt sich die Lakers-Thunder-Serie nach ihrem Ende positiv für Oklahoma City und negativ für die Lakers deuten.
Die Thunder haben trotz des Ausscheidens einen Riesenschritt in ihrer Entwicklung getan. Alle großen Mannschaften musste in den Playoffs immer erst Misserfolg erleben, um später stärker zurückzukehren. Die Jordan-Bulls rannten zu Beginn erfolglos gegen die Wand der Detroit Pistons um Isiah Thomas. Selbst Kobe Bryant und Shaquille O'Neal musste zu Beginn ihrer gemeinsamen Lakers-Zeit herbe 0-4-Niederlagen in der Postseason einstecken.
Solche Nackenschläge prägen ein Team, machen es stärker, schärfen den Fokus auf die eingangs erwähnten kleinen Dinge. Im Falle der Thunder gibt die Serie gegen die Champions der Vorsaison vor allem auch Selbstbewusstsein. In Oklahoma wächst etwas heran, eine Mannschaft, die schon jetzt einem Titelanwärter alles abverlangt hat.
Kevin Durant, Russell Westbrook und Co. werden es nicht erwarten können, dass die nächste Saison beginnt. Sie haben zum ersten Mal vom süßen Playoff-Wein genippt, wissen, dass sie die Chance haben, im kommenden Jahr einiges zu bewegen.
Die Lakers auf der anderen Seite müssen sich nach dieser Serie einige Fragen stellen. Wieso diese Unbeständigkeit? Wieso dieser ständig wechselnde Fokus in der Offensive? Warum ging der Ball nicht in jeder Partie vor allem in den Lowpost zu Pau Gasol und Andrew Bynum, denen Oklahoma City kaum etwas entgegen zu setzen hatte?
Außerdem fragt sich, wie fit und explosiv Kobe Bryant ist. Seine 32 Punkte aus Spiel sechs sind aller Ehren wert. Der Star der Lakers begibt sich nach jeder Partie in eine Eiskammer, um schnellstmöglich zu regenerieren. Der Finger ist seit Wochen gebrochen, das Knie schmerzt fast ebenso lange.
L.A. musste viel investieren, um diese Auftaktserie zu gewinnen, wirkte bis auf Spiel fünf nie wirklich überlegen. Sicher, die Thunder waren nicht der typische Auftaktgegner. Diese Mannschaft war viel mehr als ein an Nummer acht gesetztes Kanonenfutter. Dennoch ließen die Lakers die Souveränität eines Meisters vermissen.
Vor der Serie gegen die Utah Jazz müssen sich die Lakers mehr Fragen stellen als die ausgeschiedenen Thunder.
Es wäre so passend gewesen. Freitag jährte sich die Meisterschaft der Milwaukee Bucks aus dem Jahre 1971 zum 39. Mal. Wie hätte die Franchise also besser feiern können als mit dem überraschenden Einzug in die zweite Playoff-Runde?
Die Atlanta Hawks hatten etwas dagegen …
Zum ersten Mal in dieser Serie präsentierte sich das Team um die All Stars Joe Johnson und Al Horford so, wie es viele Fans und Experten erwartet hatten: konzentriert und fokussiert.
Wieso brauchte dieses Team fünf Spiele, um zu merken, dass die Offensivbemühungen Milwaukees sich vor allem auf Brandon Jennings und John Salmons konzentrierten? Erst in Spiel sechs lag der Fokus der Hawks auf den beiden Guards der Bucks. Die Folge? Das Duo traf nur sechs seiner 28 Würfe, erzielte magere 20 Punkte.
Schwer zu verstehen, warum Hawks-Coach Mike Woodson, aber auch seine Spieler nicht früher erkannten, dass der Schlüssel zu den Überraschungserfolgen der Bucks ihre Außenspieler waren. In den Playoffs geht es zu allererst um taktische Änderungen von Spiel zu Spiel.
Wie kann ich die Stärken des Gegners neutralisieren? Wie die Schwächen in der Defensive der anderen attackieren? Diese Fragen müssen sich Spieler wie Trainer konstant und immer wieder aufs Neue stellen. Die Hawks wirkten lange, als würden sie ihren Gegner nicht ernst nehmen. Ein echtes Alarmsignal nicht nur für die etwaige nächste Runde, wo die Orlando Magic warten, sondern auch für die Zukunft der Franchise.
Coach Woodsons Arbeitspapier läuft nur bis zum Ende der Saison. Joe Johnson wird Free Agent. Sollte Spiel sieben verloren gehen, droht nicht nur das Ende der Ära Woodson, sondern ein massiver Umbau des Gesamtkaders.
Wie sich die Hawks in der entscheidenden Partie mit den Bucks präsentieren wird Bände darüber sprechen, wo es mit der Franchise hin geht.
Tag dreizehn:
29. Apr: Ergebnisse

San Antonio 97, Dallas 87
Es ist passiert: Die Dallas Mavericks sind zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren bereits in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden. Dabei war das Team von Dirk Nowitzki mit großen Hoffnungen in die Postseason gestartet. Vom Titel träumten sie in Dallas, jetzt steht die Franchise vor einem Sommer der Ungewissheit.
Immerhin kann Dirk Nowitzki schon zum Juli hin aus seinem Vertrag aussteigen und Free Agent werden. Ein solcher Schritt würde an sich keinen Super GAU für die Mavericks darstellen. Immerhin wäre es sogar der finanziell richtige Schritt für den Superstar. Immerhin läuft nach der Saison 2010/11 der Tarifvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft aus. Sollte die neue Regelung geringere Bezüge für die Profis bedeuten, würde Nowitzki Geld verschenken, wenn er nicht zu den alten Konditionen vorzeitig einen neuen Kontrakt unterschreiben würde.
Trotzdem wird sich in Dallas in den kommenden Wochen wohl eine gewisse Sorge darum breit machen, wo Nowitzki seine sportliche Zukunft sieht. Immerhin ist der Gewinn der Meisterschaft sein großer Traum. „Ich wollte natürlich, dass wir einen langen Lauf in den Playoffs haben", bemerkte der Deutsche auf der Pressekonferenz nach Spiel sechs, als er nach seinen Plänen in Sachen vorzeitiger Vertragsauflösung gefragt wurde. „Jetzt bin ich verständlicherweise zu geschockt und enttäuscht, um über meine Zukunft nachzudenken. Aber ich denke, ich habe jetzt einige Zeit, um über solche Dinge nachzudenken und meine Optionen abzuwägen. Wir müssen einfach abwarten."
Ein glühendes Bekenntnis zur einzigen Franchise, für die Nowitzki je aufgelaufen ist, hört sich wahrscheinlich anders an. Doch der im Juni 32 Jahre alte Power Forward erklärte in der Vergangenheit immer wieder, dass ein Titel mit einem anderen Team nicht den gleichen Stellenwert für ihn hätte, wie eine Meisterschaft mit den Mavericks. Er wolle nicht, wie etwa einst Karl Malone zu den Lakers, als Rollenspieler zu einem Favoriten wechseln, nur um einmal Champion zu sein.
Und tatsächlich scheinen die Chancen auf eine Meisterschaft in Dallas so gut zu sein, wie bei keinem der Team, die im Sommer die großen Free-Agent-Stars locken werden.
Die Knicks, Nets, Wizards, Bulls und Clippers würden selbst mit Nowitzki im Kader kaum in den Kreis der Favoriten aufsteigen. Außerdem ist der Deutsche ein loyaler, bodenständiger Typ. Dallas wurde für ihn zur zweiten Heimat. Dort hat er sich einen Freundeskreis aufgebaut, fühlt er sich wohl. Einfach die Stadt, den Club zu wechseln, ohne eine Familie, die ihn begleitet, wird Nowitzki mehr als schwer fallen.
Außerdem besitzt Mavs-Boss Mark Cuban über einige interessante Trade-Bausteine für den Sommer. Erick Dampiers Vertrag läuft zwar noch eine Saison, ist aber nicht garantiert. Er kann von seinem neuen Arbeitgeber also entlassen werden, ohne dass dieser ihm auch nur einen Cent überweisen muss. Gleichzeitig läuft Caron Butlers Arbeitspapier nur bis 2011 und die halbe Liga würde nu zu gern Rodrigue Beaubois unter Vertrag nehmen.
Cuban kann also eine Menge Köder auswerfen, um hochkarätige Hilfe in den Kader zu holen. Dirk Nowitzki wird sich die Pläne seines Chefs genau anhören und dann genau abwägen was er tut. Ein Abschied würde ihm seinem Ziel wahrscheinlich kein Stück näher bringen.
Tag zwölf:
28. Apr: Ergebnisse

Atlanta 87, Milwaukee 91
Jetzt ist es also passiert, die so heimstarken und auswärtsschwachen Atlanta Hawks haben in eigener Arena verloren. Milwaukee kehrt mit einem 3-2 nach Hause zurück und einem fast schon sensationellen Matchball.
Dabei lässt der Blick auf die Statistik von Spiel fünf zunächst nur einen Schluss zu: Die Hawks hätten diese Partie gewinnen müssen! Warum? Da wären die 42 Punkte innerhalb der Zone, die Atlanta erzielte. Milwaukee? 22. Die Hawks trafen 43,4 Prozent aus dem Feld, nahmen 83 Würfe. Auf der anderen Seite stehen 40,5 Prozent sowie 74 Schüsse. Rebounds? Assists? Beide Teams lagen gleich auf. Ballverluste? Die Hawks kamen auf zwölf Turnover, Milwaukee auf zehn. Außerdem brachten es die drei Bucks-Starter im Frontcourt zusammen auf 16 Punkte, Center Kurt Thomas nahm nur einen Wurf, den er verfehlte und blieb punktlos.
Fragt sich: Wie, im Namen von Lew Alcindor, konnten die Bucks diese so wichtige Spiel gewinnen?
Nun, beim Stande von 82:73 und noch 4:09 Minuten zu spielen, fielen die Hawks in eine Kaltstarre. Im Einzelnen liest sich die Litanei der Atlanta-Fans so:
Josh Smith, Jamal Crawford verwerfen je einen Korbleger. Joe Johnson begeht ein Offensivfoul. Josh Smith verwirft einen Dreier. Al Horford schnappt sich den folgenden Rebound, verfehlt aber aus zwei Metern. Crawford vergibt aus der Mitteldistanz, Horford holt abermals den Rebound, passt zurück zum besten Sixth-Man 2010, doch der lässt sich von John Salmons blocken. Crawford schießt ein weiteres Mal aus fünf Metern eine Fahrkarte.
Erst 19 Sekunden vor Schluss trifft ausgerechnet Center Horford aus der Mitteldistanz zum 84:87 aus Sicht der Hawks und lässt nach zwei getroffenen Freiwürfen von Brandon Jennings sogar noch einen Dreier (!) folgen.
Doch am Ende ist es wieder der Rookie-Aufbau der Bucks, der eiskalt – dieses Mal im positiven Sinne – zweimal von der Linie einnetzt, so den ersten Auswärtssieg der Serie besiegelt.
War es also nur ein Fall von: Wurfpech zur falschen Zeit? Zum Teil, aber allein damit, lässt sich die Niederlage, der Serienverlauf überhaupt, nicht erklären. Die Bucks spielen de facto ohne Scorer am Brett. Ersan Ilyasova legt zwar 10,6 Zähler auf, viele davon kommen aber durch Mitteldistanzwürfe, Dreier oder kurze Leger nach Offensivrebounds zu Stande. Kein Buck ist eine Gefahr am Zonenrand oder zieht dort einen zweiten Verteidiger.
Atlanta versagt schlicht und einfach bisher darin, Jennings und Salmons zu kontrollieren. Beide Bucks-Guards bringen zusammen 40,8 der 97,4 Punkte, die Milwaukee in dieser Serie erzielt. Beide sind sicher von der Freiwurflinie (Salmons 95,8 Prozent, Jennings 84,2), was die Dreier angeht, verwandeln sie nur durchschnittlich (Jennings 35,7 Prozent) oder gar miserabel (Salmons 20,0 Prozent).
Unverständlich, dass die Hawks es nicht verstehen, die Kreise der beiden Topscorer einzuengen. Immerhin warten hinter den Außenverteidigern mit Josh Smith und Al Horford, die zusammen in dieser Runde 4,4 Würfe blocken.
Aber genau hier liegt das dreckige, kleine Geheimnis der Hawks. Mike Bibby, Joe Johnson und Jamal Crawford sind defensiv total überfordert oder finden nicht die richtige Einstellung zu den Underdogs.
Letztere wird Hawks-Coach Mike Woodson ihnen schnell einimpfen müssen. Sonst endet nicht nur die Playoff-Reise, sondern wohl auch das Engagement des Übungsleiters dessen Vertrag ausläuft. Außerdem wird Johnson im Juli Free Agent. Ein so frühes Aus, wäre ein Rückschritt, der den Star wohl etwas genauer zuhören ließe bei den Offerten der Konkurrenz.
Wir wissen nicht, ob J.R. Smith und Chris Andersen der deutschen Sprache mächtig sind oder sich NBA.de übersetzen lassen. Aber … Wir hatten sie vor ein paar Tagen in einem Post hier als Hauptgründe für die Probleme der Nuggets gegen die Jazz ausgemacht. Gestern Nacht lieferten die beiden dann das hier:
J.R. Smith: 17 Punkte, 4/5 Dreier, 3 Assists, 1 Turnover, 31 Minuten
Chris Andersen: 10 Punkte, 7 Rebounds, 3 Blocks, 0 Turnover, 27 Minuten
Smith war endlich die Gefahr von außen, die er sein kann, nahm seine Dreier ohne vorher zu dribbeln. Seine Distanztreffer kreierten Platz am Brett, den vor allem Kenyon Martin und Carmelo Anthony nutzen konnten. Andersens Leistung war vielleicht noch wichtiger, ersetzte er doch den früh mit einer Knieverletzung ausgeschiedenen Nene.
Fragt sich, wie schwer die Knieprellung des Brasilianers ist? Ohne ihren Starter auf Center dürften die Nuggets in Utah arg im Nachteil sein. Dennoch macht Spiel fünf zumindest ein wenig Hoffnung für Nuggets-Fans.
Tag elf:
27. Apr: Ergebnisse

Dallas 103, San Antonio 81
Es wäre zu früh zu behaupten, dass die Dallas Mavericks zurück in der Serie sind. Doch Spiel fünf war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Warum? Nun, eigentlich reicht der Blick auf eine einzige Zahlenreihe.
34, 20, 15, 23, 33
Nein, wir sind nicht auf der Insel bei Lost. Diese Ziffern drücken unmissverständlich aus, was bei den Mavericks passieren muss, wenn sie auch die kommenden beiden Partie gegen San Antonio gewinnen wollen: an die Freiwurflinie gehen.
Denn die oben genannten Zahlen sind die Freiwurfversuche der bisherigen fünf Spiele gegen die Spurs. In Spiel eins und fünf bekam Dallas über 30mal die Chance, an der Wohltätigkeitslinie zu punkten. Beide Begegnungen endeten mit einem Sieg für das Team von Dirk Nowitzki.
In der dritten und vierten Partie der Serie machten insgesamt sieben mickrige Punkte den Unterschied für die Spurs aus. Könnte dies damit zusammenhängen, dass San Antonio in diesen beiden Spielen 18 Freiwürfe mehr erarbeitete als Dallas? Ja, das könnte es.
Den Mavs eilt seit Jahren der Ruf voraus, ein weiches, sich auf den Sprungwurf konzentrierendes Team zu sein. Zum Auftakt der Serie und gestern Nacht waren sie das nicht, in den drei Partien dazwischen jedoch, kamen sie so zart daher wie frischer Blätterteig. Im Übrigen ist es nicht so, dass die Mavericks ein Problem an der Linie hätten. Kein Team traf während der regulären Saison seine Freiwürfe besser – 81,6 Prozent netzte Dallas ein.
Coach Rick Carlisle wird seinen Mannen also mitgegeben haben, den Ball unter allen Umständen in die Zone zu bringen. Dort passieren die meisten Fouls, dort gibt es Freiwürfe, dort schafft der Ball Räume für die potenten Distanzschützen der Mavs.
Gestern waren es allen voran Caron Butler (neun Freiwürfe) und Brendan Haywood (zwölf), die auf lackiertem Parkett für Furore sorgten. Wie aggressiv zeigte sich das Duo? Nowitzki, bisher mit 7,2 Freiwürfen pro Spiel der mit Abstand am meisten im Wurf gefoulte Maverick, verbuchte nur einen einzigen Versuch.
Die Spurs auf der anderen Seite werden bereits in der kommenden Partie alles daran setzen, die Mavs aus der eigenen Zone zu halten. Wer den ganzen Abend Sprungwürfe nimmt, bekommt keine oder nur wenige Freiwürfe.
Coach Gregg Popovich wird sich etwas ausdenken, soviel ist sicher. Außerdem werden seine Stars ausgeruht in die Partie gehen. Tony Parker, Manu Ginobili, auch Tim Duncan spielten allesamt weniger als 30 Minuten in Spiel fünf.
L.A. Lakers 111, Oklahoma City 87
Das Seminar „Einführung in die NBA-Playoffs" geht für die Oklahoma City Thunder weiter. Auf dem Lehrplan in dieser Woche gleich zwei Grundsätze der Postseason.
1. Eine Playoff-Serie beginnt erst, wenn die Heimmannschaft verliert.
2. Unterschätze niemals das Herz eines Champions
Die Thunder müssen sich eingestehen, dass sie nach dem überzeugenden 110:89-Sieg in Spiel vier in Sachen Intensität nicht auf dem nötigen Level waren, um diese wichtige Partie zu gewinnen. Gleichzeitig zeigte Phil Jackson abermals, warum er der beste Coach der Liga ist.
Während die Thunder im Großen und Ganzen ihre normale Taktik abspulen wollten, warfen die Lakers zwei gänzlich neue Strategien auf das Parkett. Da war zum Einen Kobe Bryant, der die Verteidigung gegen Russell Westbrook zur Chefasche erklärte. Damit nahm der Superstar den Thunder von Beginn die bisher so große Löcher reißende Penetration. Derek Fisher oder Jordan Farmar waren beide zuvor an dieser Aufgabe kläglich gescheitert.
Die zweite erfolgreiche Maßnahme: Pau Gasol in die offensive einbinden. Dass der Frontcourt der Thunder enorme Probleme gegen den Spanier und Center Andrew Bynum haben würde, galt bereits vor Beginn der Serie als ausgemachte Sache. Dafür brauchen die beiden „Bigs" allerdings den Ball. In Spiel fünf warfen sie zusammen 26mal auf den Korb, was zu einer Produktion von 46 Punkten führte. „Gasolum" traf 18 dieser 26 Würfe!
Wenn der Lakers-Frontcourt derart offensiv involviert ist, braucht es auch keinen Kobe Bryant in Supernova-Modus (Spiel fünf: 13 Punkte, 7 Assists, 9 Würfe) – eine Ebene, die der Superstar aufgrund diverser Verletzungen (Knie, Finger) in dieser Postseason nur in Ausnahmefällen erreichen kann.
Oklahoma City muss also einen Weg finden, die eigene Zone dicht zu machen, damit nicht Gasol und Bynum den Großteil der Scoring-Last schultern müssen, sondern Bryant. Außerdem muss Russell Westbrook einen Weg finden, mit der Defensive des Lakers-Alphatiers zurecht zu kommen. Ohne seine Penetration und Punkte kann sich der Rest der Verteidigung L.A.'s auf Kevin Durant konzentrieren. Der agierte in Spiel fünf mit 17 Punkten weit unter Normalform, traf nur fünf seiner 14 Würfe.
Tag zehn:
26. Apr: Ergebnisse

Orlando 99, Charlotte 90
Sweep! 4-0 für die Magic, eine klare Sache, auch wenn die Serie gegen die schwächeren Bobcats Orlandos Coach Stan Van Gundy doch zu denken geben wird. Denn da wäre der Fall seines besten Spielers und von ihm zum MVP erklärten Dwight Howard.
Der befand sich die gesamte Serie über in Foulproblemen, die er trotz Videostudiums mit Van Gundy und den eingehenden Ermahnungen seines Trainers nicht in den Griff bekam. Die Folge: Der „Defensive Player of the Year" stand nur 26,5 Minuten pro Partie in der ersten Playoff-Runde auf dem Parkett, zweimal ging er frühzeitig mit sechs Fouls vom Feld. Seine Stats rauschten folgerichtig in den Keller:
| Dwight Howard | Punkte | Rebounds | Blocks | Fouls | FG% | FT% |
| Reguläre Saison | 18,3 | 13,2 | 2,8 | 3,5 | 61,2 | 59,2 |
| Playoffs | 9,8 | 9,3 | 5,0 | 5,5 | 48,1 | 37,1 |
Würde Howard gegen einen offensiv versierten Big Man spielen und deshalb in Probleme geraten, die ganze Geschichte wäre eventuell etwas besser zu verstehen. Bei den Bobcats bemannen jedoch Tyson Chandler, Theo Ratliff sowie Nazr Mohammed die Mitte. Das Trio legte in der regulären Saison 19,5 Zähler auf … ZUSAMMEN! Ferner ist keiner von ihnen im Besitz eines halbwegs brauchbaren Moves am Brett.
Was die drei Center-Cats allerdings im Repertoire haben, sind etliche kleine Tricks: ein kleines Halten hier, ein kleiner Stoß dort. Das frustrierte Superman derart, dass er schlicht unüberlegt agierte. Howard stellte sich defensiv höchst ungelenk an.
Immerhin hat der Star nun einige Tage Zeit, um sich die nötige Schläue von Van Gundy vermitteln zu lassen. Die Magic treffen auf den Sieger der Serie Atlanta gegen Milwaukee und die kann sich noch hinziehen.
Würden die Hawks doch nur all ihre Spiele daheim austragen dürfen, das Team wäre ein heißer Favorit auf den Titel. Doch leider lässt das der Playoff-Modus nicht zu und so findet sich Atlanta in einer Serie wieder, die auf dem Papier niemals so eng sein dürfte.
Aber so sind sie halt die Hawks. Daheim hoch konzentriert am eigenen Korb, voller Energie und Intensität. Auswärts mit üblen Aussetzern, müde und oft gleichgültig. Aber gut, das ist ja nicht erst seit Beginn der Postseason so. In der regulären Saison gewann das Team von Coach Mike Woodson 34 seiner 41 Heimspiele, nur Cleveland mit 35 Erfolgen war zu Hause eine größere Macht.
Auf des Gegners Platze aber mutierten die zu Haus so aggressiven Falken zu Friedenstauben. Nur 19 von 41 Partien entschieden sie in der Fremde für sich. Gegen Playoff-Teilnehmer 2010 sah es noch gravierender aus. Gegen die anderen 15 Mannschaften dieser Postseason gewannen Joe Johnson und Co. nur sechs von 21 Auswärtsspielen!
Immerhin haben die Hawks den Heimvorteil gegen Milwaukee, doch Spiel fünf dürfte mehr als interessant werden. Was wenn die Bucks nach zwei Siegen in Folge einen Lauf haben und den Heimvorteil mit nach Milwaukee nehmen?
Wie schafft Steve Nash das? Wie schafft er es, von Sieg zu Sieg immer einen anderen Mitspieler aus dem Hut zu ziehen, der plötzlich Topleistungen bringt und die Blazers auf dem falschen Fuß erwischt?
Erst war es Jason Richardson, der in der zweiten (29 Punkte) und dritten (42) Partie in den Herdplattenmodus schaltete – danke einiger schlauer Assists von Nash. In Spiel vier nun fand der Kanadier gleich zwei Mitstreiter, die unerwartet die Hitze anstellten.
Channing Frye (20 Punkte) sowie Jared Dudley (19) brachten ihre Punkte von der Bank und wirbelten so alle Planungen der Blazers-Defensive durcheinander. Vor allem Frye hatte bis dato mehr als enttäuscht. Dem Dreierspezialisten waren in den ersten drei Begegnungen bisher nur 26 Zähler gelungen, nur vier seiner 21 Dreier hatten den Ring gefunden. Gestern Nacht netzte Frye drei seiner fünf Distanzversuche ein.
Von Dudley hatten die Suns in Sachen offensive eigentlich wenig erwartet (reguläre Saison 8,2 Punkte). Doch auch der Small Forward kann von Downtown auf Supernova schalten. 13 Zähler hatte er bis dato gegen die Blazers aufgelegt, nur zwei von zwölf Dreiern versenkt. Sein Knoten platzte mit fünf von neun Distanzschüssen von weit draußen und daraus resultierenden 19 Punkten.
Die Blazers auf der anderen Seite tun sich schwer Leistungen aus ihren bisher enttäuschenden Akteuren zu kitzeln. Allen voran Rudy Fernandez, der sich in seiner Starterrolle extrem schwer tut. Nur 5,0 Punkte erzielt der Spanier und trifft miserable 33,3 Prozent aus dem Feld. Der in Rekordzeit von seiner Knie-OP zurückgekehrte Brandon Roy (35,3 FG% und 7,5 Zähler) tut sich ebenfalls schwer und sollte eigentlich gar nicht auf dem Parkett stehen.
Tag neun:
25. Apr: Ergebnisse

Miami 101, Boston 92
Da kann Dwyane Wade noch so oft erklären, dass ein Mann allein kein Spiel gewinnen kann, zumindest gestern Nacht sah das ganz anders aus. Seinen 46 Punkte je fünf Rebounds und Assists, standen 43 Zähler der Rest-Starting-Five der Heat gegenüber.
Er allein zerriss die Defensive der Celtics, riss Löcher für die Mitspieler und erarbeitet sich vor allem mit der nur leidlich talentierten zweite Garde der Heat die Führung. In Miami werden sie die Galavorstellung ihres Stars allerdings wohl nur hinter vorgehaltener Hand bejubeln.
Zeigte sich doch auch in Spiel, dass neben Wade im Kader von Miami kaum Hochkaräter zu finden sind. Michael Beasley agierte mit 15 Punkten solide aber kaum bemerkenswert. Quentin Richardson kam zwar auf 20 Punkte ist aber nicht mehr als ein eingeschränkter Rollenspieler.
Wird Wade angesichts dieser Voraussetzungen in Miami bleiben, wenn sein Vertrag im Sommer ausläuft? Der Mann sagt, er wolle Meisterschaften gewinnen, doch das Team in Miami wird im kommenden Jahr ein komplett anderes sein. Bleibt Wade für den Neuaufbau? Unterschreibt er, bevor ein anderer Hochkaräter sich zu den Heat gesellt?
Diese Fragen werden Miami-Fans und auch Chefpersonaler Pat Riley bis frühestens 1. Juli umtreiben. Die Angst um eine ungewisse Zukunft spielt in Florida bis dahin immer mit und lässt mit jeder Wade-Gala einen bittersüßen Geschmack im Mund der Fans zurück.
Die Favoriten sind erwacht! Fast schon beängstigend war die Aura des LeBron James vor der Partie. Der Star blickte beim ersten Sprungball so finster drein, dass es sogar seinen Mitspielern mulmig wurde. „Ich habe ihn noch nie so gesehen", erklärte etwa Antawn Jamison. „Diesen Blick kannte ich nicht."
Der King hatte allen Grund, aufs Intensitätspedal zu drücken. Immerhin hatten die Chicago Bulls überraschend auf 1-2 verkürzt und es waren Zweifel aufgekommen an der Dominanz der Cavs. Während die Orlando Magic bisher relativ leicht die Charlotte Bobcats abfertigen, brauchte es bereits gegen die Bulls einige extraordinäre Leistungen von James, um den Cavaliers die ersten beiden Playoff-Siege des Jahres zu sichern.
Es schien, als würden die Bulls mehr wollen als ihre Gegner, als würde der alte Kritikpunkt, dass die Cavs zu sehr von ihrem Superstar abhängig sind, erneut ein gehöriges Hindernis für Cleveland werden. Zumindest den ersten Punkt konnten der King und sein Gefolge eindrucksvoll entkräften.
Zwar legte James mit 36 Punkten, zwölf Rebounds und elf Assists erneut eine Sahnevorstellung hin, doch vor allem Jamison sprang ihm mit 24 Punkten sowie sieben Rebounds zur Seite. Überraschend auf dem Parkett stand außerdem J.J. Hickson. Der talentierte Power Forward/Center war zu Beginn der Serie (nach der Rückkehr von Shaquille O'Neal) komplett aus der Rotation gefallen. Eine unverständliche Maßnahme. Hatte der 21-Jährige doch in der regulären Saison 8,5 Punkte neben 4,9 Rebounds aufgelegt.
Gegen die Bulls und ihren bis dato dominierenden Center Joakim Noah, verkaufte sich Hickson (zehn Punkte) besser als O'Neal (sechs), der gegen den niemals still stehenden Noah abermals seine Probleme hatte. Schwer vorstellbar, dass Hickson in Spiel fünf nicht mehr Zeit sehen wird, als die 17 Minuten von gestern Nacht.
Was ist mit der Bank der Nuggets los? Über das Fehlen von Coach George Karl haben wir an dieser Stelle schon geschrieben. Doch wo sind J.R. Smith und Chris Andersen? Ober besser: Wo sind ihre Leistungen aus der regulären Saison? Hier zum Vergleich ihre Leistungen aus den ersten 82 Spielen und der Postseason 2010:
| J.R. Smith | Punkte | Rebounds | Assists | FG% | 3P% |
| Reg. Saison | 15,4 | 3,1 | 2,4 | 41,4 | 33,8 |
| Playoffs | 11,8 | 5,0 | 1,8 | 34,1 | 30,4 |
| Chris Andersen | Punkte | Rebounds | Blocks | FG% | |
| Reg. Saison | 5,9 | 6,4 | 1,9 | 56,6 | |
| Playoffs | 2,8 | 4,8 | 0,8 | 33,3 |
Ohne Smith fehlt den Nuggets die Scoringoption von der Bank, die aus der Distanz für Gefahr sorgt. Andersen liefert eigentlich die Defense in direkter Korbnähe, die es braucht, um den Gegner schlechte Wurfquoten aufzuzwingen. Beide kommen ihren Jobs momentan kaum nach.
Interessanterweise also gerade die zwei Spieler, deren Persönlichkeit als … nun … nicht so wirklich einfach gilt. Macht sich auch hier das Fehlen George Karls bemerkbar? Wie auch immer: Die Jazz sind jetzt in Kontrolle der Serie, die wohl größte Überraschung neben den Leistungen der Oklahoma City Thunder in diesen Playoffs.
Tag sieben und acht:
23. Apr: Ergebnisse

Alarmsignale in Dallas! 1-2 in Rückstand, das vielleicht schon vorentscheidende Spiel vier vor der Brust. Keine Frage: Die Mavericks stehen bereits in der Auftaktrunde extrem unter Druck. Vor allem, weil das dritte Aufeinandertreffen mit den ewigen Rivalen aus San Antonio mehr war als nur eine Niederlage.
Neben Dirk Nowitzkis äußerst effizienten 35 Punkten (13/23 Feldwürfen, 1/1 Dreier, 8/8 Freiwürfe) fand sich nicht viel Positives in Dallas' Startformation. Jason Kidd, Caron Butler, Shawn Marion und Erick Dampier legten ZUSAMMEN 16 Zähler auf, trafen nur fünf ihrer 19 Wurfversuche. Außerdem spielte Kidd nur fünf Assists (immerhin blieb er ohne Ballverlust), Dampier griff nur vier Rebounds in 27 Minuten Spielzeit, Marion schrieb sich weder einen Assist, Steal noch Block in die Statistik und Butler stand nur 15 Minuten auf dem Feld – ohne in Foulproblemen zu sein.
Coach Rick Carlisle entschied sich, für die eigentlich zweite Scoring-Option Butler Ersatz-Guard J.J. Barea zu bringen. Damit wollte er für mehr Penetration sorgen und Wurfchancen außen schaffen. Barea erzielte auch 14 Punkte und vier Assists, den Sieg brachte diese Maßnahme allerdings nicht.
Erstaunlich, dass die Spurs mit ihrer Taktik, Dirk Nowitzki beharrlich im Eins-gegen-eins zu verteidigen und die anderen Mavs auszuschalten, Erfolg haben. Eigentlich sollte Jason Kidd Wurfchancen für den Rest des Teams kreieren. Bisher spielt der alte Mann auf der Eins, allerdings eine unterdurchschnittliche Serie. 28,0 Prozent trifft er aus dem Feld (reguläre Saison: 42,3), 31,3 Prozent von der Dreierlinie (42,5), anstatt der 9,1 Vorlagen verteilt er 8,0.
Gleichzeitig greift Spurs-Coach Gregg Popovich gezielt den gegnerischen Aufbau an, in dem er ihn mit den schnelleren George Hill, Tony Parker und Manu Ginobili attackiert. Ein Indiz für die Tatsache, dass die Spurs recht einfach zum gegnerischen Korb durchkommen: San Antonio versuchte in Spiel vier nur sieben Dreier, traf keinen und gewann trotzdem.
Es wird interessant sein, zu sehen, was sich Carlisle für Spiel vier ausdenkt und wie die Mavericks reagieren. Ein 1-3 wäre gleichbedeutend mit einer Vorentscheidung gegen Dallas.
Wenn noch jemand daran zweifelt, dass die Denver Nuggets ihren krebskranken Trainer George Karl vermissen, der sollte sich die DVDs von Spiel zwei und drei anschauen. Denn das wichtigste Duell der Serie zwischen Denver und Utah findet nicht auf dem Platz statt, sondern auf der Trainerbank.
Während in Utah der ewige Jerry Sloan einen entscheidenden Winkelzug nach dem nächsten einbaut, scheint Denvers Interimstrainer Adrian Dantley immer mindestens einen Schritt zurück zu sein. Beispiele gefällig? Da wären die gespielten Assists. In der dritten Partie legten die Jazz insgesamt 27 Mal direkt einen Korb vor. Denver? Nur zwölf! Utah spielt also cleverer, agiert als Team, folgt einem Plan. Außerdem: Carmelo Anthony. Der Superstar der Nuggets entschied die Auftaktpartie mit 42 Punkten im Alleingang. Seither? Versinkt Melo immer mehr im Treibsand der Jazz-Defensive. Hier seine Zahlen der ersten drei Spiele:
| Punkte | FG% | 3P% | Assists | Fouls | Freiwürfe | |
| Spiel 1 | 42 | 72,0 | 40,0 | 5 | 3 | 4/4 |
| Spiel 2 | 32 | 36,0 | 0,0 | 4 | 6 | 14/15 |
| Spiel 3 | 25 | 2,4 | 0,0 | 2 | 5 | 3/4 |
Die Tatsache, dass die Jazz dem Topscorer des Gegners immer wieder neue Defensivvarianten entgegenwerfen und Anthony so aus dem Konzept bringen, spricht Bände über den Vorteil, den die Jazzer dank Sloan haben.
Doch der Sloan-Effekt beschränkt sich nicht nur auf die Verteidigung. Im Angriff zwingt Utah den Ball ans Brett, wo vor allem Carlos Boozer und Paul Millsap punkten, Fouls ziehen und Platz für die Distanzschützen kreieren.
Dantley muss vor dem vierten Spiel eine eigene Taktik entwerfen, um die Jazz zu kontern. Einfach wird das nicht.
Oklahoma City 110, L.A. Lakers 89
Wir haben eine Serie! Und was für eine … Amtierender Champion gegen Playoff-Debütanten? Trainerlegende gegen Coaching-Nachwuchs? Der vermeintliche beste Basketballer des Planeten gegen einen Nachwuchs-Scorer? So mag die Ausgangslage auf dem Papier ausgesehen haben. Aber nach vier Spielen wissen wir: Dies ist ein Duell auf Augenhöhe, die Champs 2009 haben von 16 Vierteln nur im ersten der Auftaktpartie überlegen agiert.
Die Paarung mit den Thunder ist eine denkbar ungünstige für die Lakers. Hier die erfahrenen Veteranen, die ihre Athletik zum Teil schon verloren haben. Dort die Youngster, die 48 Minuten auf höchstem Niveau rennen wollen und können. In L.A. ein Meisterteam, in dem es die ganze Saison über leichte Spannungen zwischen etwa Andrew Bynum, Pau Gasol und Kobe Bryant gab. In Oklahoma City eine Truppe, die sichtbar Spaß hat, zusammen dieses Abenteuer NBA-Playoffs zu erleben. Die Lakers versprühen den Charme einer Zweckgemeinschaft, die Thunder agieren hungrig. Motto: Einer für alle, alle für einen.
Der Schlüssel zu Oklahoma Citys zwei Heimsiegen waren die Leistungen der Bankspieler. Vor allem James Harden, der in den beiden ersten Partien ohne Punkt geblieben war, wachte plötzlich auf. Auch Power Forward Jeff Green kommt immer besser ins Spiel, während bei den Lakers einige Akteure einen klaren Abwärtstrend zu verzeichnen haben:
| Punkte | FG% | 3P% | Rebounds | Assists | |
| Ron Artest | 7,0 | 30,0 | 13,0 | 3,3 | 2,0 |
| Lamar Odom | 7,8 | 40,6 | 25,0 | 6,5 | 1,3 |
| Derek Harper | 11,0 | 40,5 | 50,0 | 3,0 | 3,3 |
Und dann ist da noch Andrew Bynum… Der wieder genesene Center meldete sich mit 13 Punkten und zwölf Rebounds zum Auftakt eindrucksvoll zurück. Die eher kleinen Big Men der Thunder fanden kaum ein Mittel gegen ihn und Pau Gasol (18,5 Punkte und 11,5 Rebounds pro Spiel in der Serie). Trotzdem bekommt der Mann in der Mitte nur zehn Würfe pro Partie. Unverständlich warum Coach Phil Jackson nicht öfter seinen Center sucht.
Spiel fünf ist für die Lakers mehr als richtungsweisend. Kann das Team wie gegen die Rockets 2009 nach derben Schlappen zurückkommen? Sie müssen. Eine Niederlage wäre fatal.
Tag fünf
21. Apr

Manchmal brauchen selbst NBA-Profis einen verbalen Tritt in den Hintern, um besondere Leistungen aus ihnen heraus zu kitzeln. Nach dem missratenem Serienstart seiner Spurs, ging Coach Gregg Popovich verbal in die Vollen. Einige in seinem Team hätten „wie Hunde gespielt" polterte der Übungsleiter San Antonios. Bedeutet: Einige, der vom ihm Angeleiteten, gaben weniger als 100 Prozent währen der 94:100-Auftaktniederlage in Dallas.
Unter den Angeprangerten: Richard Jefferson (4 Punkte in Spiel eins). Jefferson – als Fehleinkauf verschrien, seit er im Sommer nach Texas gekommen war – reagierte. 19 Punkte, sieben Rebounds sowie sieben von zwölf Treffern aus dem Feld gaben den Spurs eine im ersten Spiel nicht vorhanden gewesene Dimension – vor allem im Angriff. Hill Und dann war da natürlich noch Tim Duncan, der in der zweiten Hälfte 17 seiner 25 Zähler in den Mavericks-Korb pumpte, während Dirk Nowitzki einen schwachen Tag erwischte.
Überhaupt zeigten sich die Mavs merkwürdig lethargisch, viele freie Bälle und Rebounds fielen den Spurs in die Hände, deren Intensitätslevel einfach höher war. Als Team traf Dallas nur 36,5 Prozent seiner Schüsse, das Center-Duo Erick Dampier und Brendan Haywood erzielte zusammen mickrige zwei Punkte …
In kommenden zwei Spielen in San Antonio haben die Spurs nun die Chance eine 3-1-Führung heraus zu spielen, Dallas muss also zumindest einen Sieg in der Fremde einfahren, wenn das Unternehmen Titelgewinn nicht vorzeitig arg in Gefahr geraten soll.
Das alte Sprichwort stimmt halt noch immer: Good teams win ugly. Halt so wie die Orlando Magic. In zwei Spielen dieser Serie legte nur ein Magic-Akteur mehr als 20 Punkte in einer Partie auf: Jameer Nelson mit 32 Zählern zum Auftakt. In Spiel eins verdaddelte Orlando sogar eine 22-Punkteführung.
Auch in der zweiten Begegnung mit den Charlotte Bobcats zeigte sich die Truppe von Coach Stan Van Gundy wenig spektakulär, dafür aber schon irgendwie beeindruckend effizient. Nie hatte der neutrale Beobachter das Gefühl, die Magic würden a.) absolut Vollgas geben oder b.) auch nur im Geringsten Gefahr laufen, diese Partie zu verlieren. Trainer Van Gundy hatte seinen Mannen sogar am Montag trainingsfrei gegeben!
Es bleibt also die Erkenntnis, dass Orlando auch ohne einen dominanten Dwight Howard (15 Punkte in 29 Minuten, fünf Fouls) locker durch die erste Runde segelt. Dies kann bedeuten, dass das Team wertvolle Kraft für die kommenden Aufgaben spart. Muss es aber nicht … Vielleicht geht auch der Rhythmus verloren. Die nächste Runde wird es zeigen.
Tag vier
20. Apr

Phoenix 119, Portland 90
Die Ordnung in der Serie ist wieder hergestellt. Im Kampf der Spielsysteme behielt klar der Fastbreak der Suns die Oberhand und somit erscheint auch klar, wie die verbleibenden Partien laufen werden. Phoenix wird wann immer möglich auf das Tempo drücken, die Blazers sind nicht für das schnelle Spiel gebaut. Gleichzeitig bekamen die Suns Portlands Andre Miller viel besser in den Griff. Schwer zu glauben, dass die Blazers eine Antwort auf die Suns-Offensive finden, zumal es nicht etwa Amare Stoudemire war, der im Angriff zündete, sondern Jason Richardson und Grant Hill.
Atlanta 96, Milwaukee 86
Hätte, wenn und könnte … Die Bucks sind gefangen im ewigen Konjunktiv. Hätten sie doch einen gesunden Andrew Bogut an Bord, dann könnten sie in der Zone punkten. Haben sie aber nicht. Der Platzhirsch wird „dank" eines ausgekugelten Ellenbogens erst zur kommenden Saison wieder auflaufen, Veteran Kurt Thomas kann ihn in der Zone in keinster Weise ersetzen. Dies erlaubt vor allem Atlantas Josh Smith überall auf dem Feld präsent zu sein, aufzuposten, freie Mitspieler zu finden und in den Passwegen zu wildern. Schade für die Bucks, aber immerhin sammelt Brandon Jennings wertvolle Erfahrung.
Boston 106, Miami 77
Wow, vielleicht war die Sperre von Kevin Garnett genau das, was die Celtics als Weckruf brauchten! Ohne ihren Star zeigten sich die Grünen viel konzentrierter als noch in der Auftaktpartie. Vor allem defensiv scheinen die Celtics verstanden zu haben, dass es in allererster Linie darum geht, Dwyane Wade aus dem Spiel zu nehmen. Miamis Star kam zwar auf 29 Punkte und traf elf seiner 18 Würfe, ihm gelang trotzdem keine Scoring-Explosion, die sein Team halt braucht, wenn es gewinnen will. Gleichzeitig zwang Boston die Heat zu einer katastrophalen Wurfquote von 38,2 Prozent aus dem Feld. Fragt sich, was mit Glan Davis im dritten Spiel passiert. Der Power Forward legte fantastische 23 Zähler und acht Rebounds auf, dürfte aber hinter Garnett wieder ins zweite Glied rücken. Sonderlob verdiente sich auch Rajon Rondo. Der Aufbau opferte die eigenen Wurfchancen, um David und vor allem Ray Allen (25 Punkte, sieben Dreier) immer wieder komplett frei zu spielen.
L.A. Lakers 95, Oklahoma City 92
Kobe Bryant brachte 39 Punkte und die Lakers brauchten jeden einzelnen, um auch in der zweiten Partie gegen Oklahoma City erfolgreich zu sein. Denn auf der anderen Seite zeigte Kevin Durant, dass er sich auf die Defensivtaktiken der Lakers eingestellt hat. Der Thunder-Star legte 32 Zähler auf, griff acht Rebounds und blockte vier Schüsse. Wenn Spiel zwei eines zeigte, dann dass den Lakers in Oklahoma City ein heißer Tanz bevor steht. L.A. kann sich momentan scoring-technisch nur auf Bryant und Pau Gasol (25 Punkte) verlassen, die Souveränität eines Champions lässt das Team komplett vermissen. Die Thunder auf der anderen Seite, haben schon in der zweiten Partie die Nervosität vollends abgeschüttelt und waren einen freien Dreier von Jeff Green von der Verlängerung entfernt. Apropos Green: Der Power Forward steht bisher völlig neben sich und liefert eiskalte Wurfquoten von 26,1 Prozent aus dem Feld sowie 22,2 Prozent von der Dreierlinie. Kommt er auf Touren, bekommen die Lakers große Probleme.
Tag drei: Monster LeBron und fightende Jazzer
19. Apr

Cleveland 112, Chicago 102
Wenn die Chicago Bulls in ihrer zweiten Partie gegen die Cavaliers eines gelernt haben, dann dass es keine allzu gute Idee ist, LeBron James per Trashtalk zusätzlich zu motivieren. Die gesamte Spielzeit über redete die Bank der Bulls auf den King ein. Er solle doch den Sprungwurf nehmen, werfen könne er eh nicht. Aha. 40 Punkte und 16 von 23 getroffene Würfe später, müssen die Bulls diese Taktik schleunigst überdenken. Genau wie übrigens ihr Rookie James Johnson.
Der entschied sich eine recht raue Gangart gegen James einzuschlagen … Kurze Zeit später schlug es dann wirklich ein. Über Johnson. Hart. Checkt die Highlights für den Jam LeBrons, der der beste der Saison hätte werden können, wenn Anderson Varejao nicht Joakim Noah per Block daran gehindert hätte, zur Hilfe zu eilen.
Denver 111, Utah 114
Vielleicht dachten die Denver Nuggets, dass Spiel zwei einfach werden würde. Vielleicht dachten sie, dass der Ausfall von Jazz Center Mehmet Okur (Achillessehnenriss) plus der Abwesenheit von Utahs bestem Verteidiger Andrei Kirilenko (Wade) das Team von Coach Jerry Sloan endgültig zum Aufgeben zwingen würde … Äh, nicht wirklich!
Anstatt, angesichts der Schicksalsschläge, die Saison locker auslaufen zu lassen, boten die Jazz Teambasketball vom Allerfeinsten. Hinten wurde gefighted, gebissen und Parkettstaub gefressen, Carmelo Anthony auf neun Treffer bei 25 Versuchen aus dem Feld gehalten. Utah hingegen schoss 52,9 Prozent aus dem Feld, 46,2 Prozent von der Dreierlinie – beide Werte zeugen von exzellentem Passspiel sowie perfekter Ausführung der Offensivsysteme. Und dann war da natürlich noch Deron Williams, der mit 33 Punkten und 14 Assists eine absolute Meisterleistung ablieferte.
Tag zwei
18. Apr

Orlando 98, Charlotte 89
Wow, wer hätte gedacht, dass die Orlando Magic ein Playoffspiel gewinnen könnten, in dem Dwight Howard nur fünf Punkte und sieben Rebounds nach Hause bringt? Richtig: niemand. Doch wer in einer Halbzeit sieben Blocks abliefert, unzählige Würfe ändert, der hat auch ohne Sahneabend einen gehörigen Einfluss auf ein den Ausgang einer Partie. Eben so wie Howard, der in der Zone defensiv mit der eisernen Hand eines mittelalterlichen Despoten regierte. Insgesamt verwehrte Superman neun Würfen den Einschlag ins eigene Netz. Das erlaubte den Außenverteidigern der Magic, den Bobcats Schützen auf dem Flügel extrem Druck zu machen. Die Folge: 25,0 Prozent Dreierquote für Charlotte und der Auftaktsieg für die Magic.
L.A. Lakers 87, Oklahoma City 79
Thunder-Coach Scott Brooks bekam von den Lakers für Spiel zwei vor allem eine Aufgabe gestellt: Kevin Durant freie Würfe verschaffen. Der NBA-Topscorer traf in seinem Playoff-Debüt nur sieben seiner 24 Würfe. Die Gründe: Ron Artest verteidigte den Superstar extrem physisch im Eins-gegen-eins. Nach einem Pick-and-Roll gesellten sich entweder Andrew Bynum, Pau Gasol oder Kobe Bryant als zweiter Verteidiger dazu und nahmen Durant so den nötigen Raum.
Letzteres konnten die Lakers ungestraft praktizieren, weil sie Jeff Green (vier von zwölf aus dem Feld) sowie Thabo Sefolosha (null von vier) frei stehen lassen konnten. Okahoma City traf nur 12,5 Prozent der eigenen Dreier! Einziger Lichtblick auf Seiten der Thunder war Russell Westbrook, auf dessen Schnelligkeit die Lakers keine Antwort haben. Seine 23 Punkte und acht Assists machen Hoffnung für die Postseason-Neulinge. Denn trotz der mieserablen Trefferquoten blieb die Partie bis zum Ende knapp. Jetzt liegt es an Coach Brooks, die passenden taktischen Änderungen vorzunehmen.
Dallas 100, San Antonio 96
Es hat ja fast schon Tradition, dass Spurs-Coach Gregg Popovich Dirk Nowitzki eins-gegen-eins verteidigen lässt. Vielleicht sollte Pop diese Taktik aber mal überdenken. 36 Punkte pumpte der Deutsche den Erzrivalen aus Texas in den Ring, verfehlte nur zwei seiner 14 Würfe, verwandelte alle seine zwölf Freiwürfe.
Die Spurs auf der anderen Seite wirkten merkwürdig unkonzentriert. Vor allem Richard Jefferson (vier Punkte) und George Hill (null Punkte!) standen extrem neben sich. Doch genau sollte San Antonio Mut machen, trotz aller Fehler setzte es nur eine knappe Niederlage. Diese Serie bleibt spannend.
Phoenix 100, Portland 105
Der Schocker der ersten Runde bisher: Phoenix verliert als einziges Team im ersten Spiel den Heimvorteil. Und das gegen ein Team, welches auf seinen Star Brandon Roy verzichten muss. Aber gut, wer Veteranen wie Andre Miller (31 Punkte, Career-High) und Marcus Camby (17 Rebounds) in seinen Reihen weiß, der hat immer eine Chance.
Vor allem war es allerdings die Defense der Blazers, die den Unterschied machte. Phoenix' 41,8 Prozent aus dem Feld sind ein stummer Schrei nach freien Würfen. In der regulären Saison hatten die Suns die NBA mit 49,2 Prozent angeführt.
Tag eins: Zuhause ist es am schönsten
17. Apr

Die 2010 NBA Playoffs begannen ganz unspektakulär mit vier Heimsiegen. Während der Eröffnungstag nicht sonderlich dramatisch war – bis auf ein Spiel alle jeweils mit zweistelliger Differenz - so waren doch einige Top-Leistungen dabei.
Cleveland 96, Chicago 83
Von wegen rostig und ohne Rhythmus. Obwohl er vier Spiele pausieren durfte, sah LeBron James einfach nur gut erholt aus bei seiner Glanzleistung am Samstag. Obwohl Chicago nach einem 22-Punkte-Rückstand bis auf sieben Punkte heran kam, stand der Sieger des Spiels eigentlich nie wirklich infrage. Neben LeBron lieferte auch der Diesel, Shaquille O'Neal, in seinem ersten Spiel nach zweimonatiger Verletzungspause eine mehr als solide Vorstellung ab. Shaq räumte ordentlich auf und kam auf 12 Punkte, fünf Rebounds und drei Blocks in 25 Minuten Spielzeit. Aber er war noch viel wichtiger für sein Team als die bloßen Zahlen ausdrücken. Den Bulls und dem Rest der Liga dürfte jetzt klar sein, warum Cleveland den Hünen seinerzeit verpflichtet hat.
Atlanta 102, Milwaukee 92
Dieses Spiel glich einer Wiederholung der Partie Cleveland gegen Chicago, die direkt zuvor stattgefunden hatte. Das Heimteam enteilte mit einer hohen Führung, ließ die Zügel etwas schleifen, und der Gegner kam wieder etwas heran. Wie überlegen waren die Hawks denn zu Beginn? Nun ja, sie hatten im ersten Viertel doppelt so viele Punkte wie die Bucks auf dem Konto. 34:17. Und es sah spielend leicht aus. Schwer zu sagen, ob es nun an der Schlampigkeit von Atlanta, dem aufopferungsvollen Kampf von Milwaukee oder einer Kombination von beiden lag. Auf jeden Fall wandelten die Bucks einen 24-Punkte-Rückstand in ein Defizit von sieben Punkten um. Grund für dieses Comeback war einzig und allein das unglaubliche Playoff-Debüt von Rookie Brandon Jennings. Jennings beendete das Spiel mit 34 Punkten, aber davon nur zwei im vierten Viertel. Die Hawks besannen sich wieder ihrer Stärken und brachten am Ende die 1:0-Führung in der Serie nach Hause.
Boston 85, Miami 76
Als niedriger Gesetzter müssen die Heat einen Sieg aus Boston entführen, um die Serie für sich entscheiden zu können. In Spiel 1 am Samstag haben sie die Riesenchance dazu verstreichen lassen. Nachdem sie Mitte des dritten Viertels bereits mit 14 Punkten vorne lagen, fanden sie die letzten 18 Minuten kein Mittel gegen die Heimmannschaft. Der Schlüssel zum Erfolg der Celtics war ihre knallharte Defense, die Miami in den letzten sechs Minuten des dritten Viertels auf magere fünf Pünktchen hielt. Dwyane Wade war so dermaßen abgemeldet, dass er in dieser Phase nicht mal einen Wurf ansetzen konnte. Allerdings life nicht alles blendend für die Grünen. In der letzten Spielminute, als das Spiel praktisch entschieden war, kam es vor der Bank der Heat urplötzlich zu einem wilden Handgemenge zwischen Kevin Garnett und Quentin Richardson. Darauf folgten diverse technische Fouls und eine Disqualifikation sowie eine mögliche Sperre für Garnett.
Denver 126, Utah 113
Im spannendsten Spiel des Abends rangen die Denver Nuggets die Utah Jazz dank Carmelo Anthonys persönlicher Playoff-Bestleistung von 42 Punkten sowie einer Leistungsexplosion von J.R. Smith im vierten Viertel nieder. Während „Melo" den ganzen Abend traumwandlerisch sicher traf, waren es zwei sensationelle Minuten von J.R. Smith, die ein Unentschieden in eine Sieben-Punkte-Führung für Denver verwandelten. In dieser Zeitspanne traf J.R. drei sagenhafte Dreier und Utah machte gerade mal zwei Pünktchen. Am Ende standen für Smith 20 Punkte zu Buche, 18 davon im Schlussviertel! Die eh schon arg gebeutelten Jazz verloren nicht nur das Spiel, sondern nach Andrei Kirilenko nun auch noch Mehmet Okur mit einer Achillessehnenverletzung, die den Türken zur Aufgabe zwang. Ob er zu Spiel zwei wieder fit sein wird, ist zu diesem Zeitpunkt fraglich.



