Free Agency für Dummies

Free Agency für Dummies: Teil 1

Die Finals sind gespielt, die Draft gelaufen. Folgerichtig blickt die gesamte Basketballwelt fiebrig dem 01. Juli 2010 entgegen. Warum? Na ja, vielleicht habt ihr schon davon gehört, die Verträge einiger richtig guter Spieler enden. Unter anderem stehen LeBron James, Dwyane Wade, Chris Bosh, Amar'e Stoudemire, Carlos Boozer, Joe Johnson, vielleicht sogar Paul Pierce und Dirk Nowitzki (beide können aus ihre Kontrakt aussteigen) ohne gültiges Arbeitspapier da. Kein Wunder also, dass so ziemlich die ganze Liga versucht, einen oder gleich mehrere dieser Hochkaräter in die eigene Mannschaft zu holen.

Doch wie funktioniert diese ganze Sache, diese Free Agency, eigentlich? Wer sind die Teams, die diese Stars verpflichten wollen? Welche Spieler sind zu haben? Wann können sie unterschreiben? Was ist ein Sign-and-Trade? Was eine Mid-Level-Exception?

Keine Bange, bis zum Beginn der Free-Agent-Periode um 0:01 Uhr am 01. Juli werden wir euch nicht nur mit dem neuesten News versorgen, sondern alle Fragen rund um den wahrscheinlich spektakulärsten Transfersommers aller NBA-Zeiten beantworten.

Den Anfang macht heute eine kurze Übersicht, über die wichtigsten Fachbegriffe, die euch in Sachen Free Agents immer wieder begegnen, damit ihr wisst, was damit gemeint ist. Morgen geht es dann weiter mit den Spielern und Teams, die in den kommenden Wochen die Schlagzeilen bestimmen werden.

Free Agency: Die Grundlagen

Wann können die Stars bei ihren neuen Clubs unterschreiben, schon am 01. Juli?
Nein, am Donnerstag dürfen die 30 NBA-Teams ab 0:01 Uhr Kontakt zu vertragslosen Profis aufnehmen und ihnen Angebote unterbreiten. Dies war vorher untersagt. Dabei ist so ziemlich alles erlaubt, was den Franchises einfällt. Sie können um Mitternacht auf der Fußmatte eines Stars stehen, ihn in die eigene Stadt einfliegen lassen, dort eine Riesenparty für ihn schmeißen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Unterschreiben können die Spieler allerdings erst ab dem 08. Juli. Dann läuft das so genannte „Free-Agent-Moratorium" ab. Mit dieser Verhandlungswoche soll den Teams genügend Zeit gegeben werden, um ihre Angebote an den Mann zu bringen. Die Manager und Profis können sich allerdings in dieser Zeit schon mündlich einigen.

Gleichzeitig nutzt die Liga diese Zeit, um das Salary Cap für die kommende Saison festzulegen. Das Salary Cap bestimmt das Maximum an Gehältern, die eine Franchise für ihre Spieler ausgeben kann.

Wieso können Teams, mehr Geld ausgeben, als es das Salary Cap eigentlich erlaubt?
Es gibt in der NBA eine Reihe an Ausnahmen, die es den Franchises ermöglichen, in der Summe mehr Dollars an ihre Spieler zu bezahlen, als es das Salary Cap (die Gehaltsobergrenze lag 2009/10 bei 57,7 Millionen Dollar) vorsieht. Die bekannteste Ausnahme (Exception) ist die „Larry Bird Exception".

Sie besagt: Wer drei Jahre bei seinem Club gespielt hat, der darf von diesem Team ohne Rücksicht auf das Salary Cap für maximal sechs Jahr unter Vertrag genommen werden. Die einzige Einschränkung: Die im „Collective Bargaining Agreement" (Tarifvertrag zwischen Spielergewerkschaft und der NBA) festgelegten Maximalgehälter dürfen nicht überschritten werden.

Man liest immer wieder, dass LeBron James per „Sign-and-Trade" auch zu den Dallas Mavericks wechseln könnte? Was ist das?
Ein Sign-and-Trade ist ein Transfer zwischen dem alten Team des Free Agents und einem anderen NBA-Club. Dieser muss allerdings – im Gegensatz zu den Franchises, die einen Free Agent unter Vertrag nehmen wollen – nicht den nötigen Platz unter dem Salary Cap bereit stehen haben, um den neuen Spieler ins Team zu nehmen.

Beim Sign-and-Trade wird der vertragslose Profi von seinem alten Vertrag mit einem neuen Arbeitspapier ausgestattet (Sign) und dann an den neuen Club transferiert (Trade). Der Vorteil dabei: Das Ex-Team des Stars bekommt von dessen neuen Arbeitgeber Spieler, die ähnlich viel Geld verdienen müssen, wie der Fortgeschickte. So verliert die verlassene Franchise seinen Star nicht ohne Gegenleistung.

Aber auch der Spieler selbst hat einen großen Vorteil. Nur bei seinem bisherigen Verein, kann er einen neuen Vertrag über sechs Jahre unterschreiben. Unterzeichnet er woanders, sind nur fünf Saisons möglich. Außerdem fällt die jährliche Gehaltserhöhung, die in den Verträgen verankert ist, bei Spielern, die den Klub wechseln geringer aus. Kurz: Die Free Agents sind gut beraten, wenn sie wechselwillig sind, einen Sign-and-Trade einzufädeln, damit sie das maximal mögliche Gehalt herausschlagen können.

Was ist die „Mid-Level Exception", mit der viele der Free Agents unter Vertrag genommen werden sollen?

Dies ist eine weitere Ausnahme, die die Vereine nutzen können. Wenn ein Team bereits mehr Geld ausgibt, als das Salary Cap eigentlich vorsieht, erlaubt die NBA diesen Franchises in diesem Sommer weitere 5,854 Millionen Jahresgehalt für neue Spieler zu investieren. Diese 5,854 Millionen US-Dollar sind das mittlere Jahresgehalt eines NBA-Profis.
Mit dieser Summe kann ein einziger oder eben mehrere Profis mit Verträgen von bis zu fünf Jahren Laufzeit ausgestattet werden. Damit wird zwar kein LeBron James zu haben sein, aber Spieler wie Raymond Felton oder Kyle Korver. Vor allem Playoff-Teams mit Titelambitionen können dank dieser Ausnahme ihre Kader nachhaltig verstärken.

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