Free Agency: Die Top 25 Free Agents – Teil 2

Gestern gaben wir euch die Top-10 Free Agents dieses
Jahrgangs. Heute blicken wir auf die Plätze elf bis 25 …
11. Luis Scola, Power Forward
Der Argentinier steigerte seine Punkteproduktion in Abwesenheit des verletzten
Yao Mings um 3,5 Punkte pro Partie auf 16,2. Den Mangel an Athletik macht Scola
mit einer überragenden Fußarbeit sowie exzellenten Bewegungen am Brett wett.
Als Teamverteidiger agiert Scola sehr gut und zeigt Cleverness. Im
Eins-gegen-eins fehlt es an Effektivität, da der 30-Jährige aufgrund mangelnder
Sprungkraft kaum gegnerische Würfe stören kann.
Scola könnte für relativ kleines Geld einen allabendlichen Double-Double sowie
Mannschaftsgeist und Professionalität zu einer Franchise bringen. Allerdings
ist Scola ein Restricted Free Agent, ob die Rockets allerdings mit einem hohen
Angebot für ihn gleichziehen würden, erscheint fraglich.
12. Richard Jefferson, Small Forward
R-Jeff spielte eine enttäuschende Saison in San Antonio. Vor diesem Hintergrund
erscheint die Entscheidung, aus seinem Vertrag auszusteigen (er hätte noch 15,2
Millionen Dollar verdient), unverständlich.
Allerdings könnte es neben den Spurs eine Menge Teams geben, die das
athletische Spiel des 30-Jährigen zu schätzen wissen. In einer Philosophie, die
mehr auf den Fastbreak setzt, würden Jeffersons Talente besser zur Geltung
kommen. Gut möglich also, dass es da draußen ein Team gibt, dass über die 12,3
Punkte Jeffersons (schlechtester Wert seit seiner Rookie-Saison) hinweg sieht
und die Millionen auf den Tisch legt.
13. Brendan Haywood, Center
Es gibt nicht viele Center in diesem Free-Agent-Jahrgang, allein deshalb ist
ein kompetenter Fünfer wie Haywood hoch einzuschätzen. Sicher, im Zuge des
Trades aus Washington nach Dallas riss der 30-Jährige keine Bäume aus, der Mann
verteidigt jedoch auf hohem Niveau, lieferte als Starter 9,4 Punkte neben 9,7
Rebounds.
In der NBA kommt es halt auf die Größe an und Haywood besitzt Gardemaß. Eine
Menge ambitionierte Teams werden ihre Fühler nach ihm ausstrecken, um den
eigenen Frontcourt im Hinblick auf die Lakers größer zu machen.
14. John Salmons, Shooting Guard
Nach dem Trade zu den Bucks legte Salmons beeindruckende 19,9 Punkte auf. Dabei
zeigte er sich aus dem Feld (46,7 FG%) wie auch aus der Distanz (38,5 3P%)
sicher. Der 30-Jährige erlangte in den vergangenen zwei Jahren allerdings so
etwas wie den Ruf eines „Erstmal schieße ich"-Spielers.
Gleichzeitig hat Salmons dank exzellenter Schnelligkeit die
Gabe, auch defensiv einen positiven Einfluss zu haben. Er würde für viele Teams
Sinn machen, die eventuell einen punktenden Sechsten Mann suchen oder einfach
einen offensiv begabten Shooting Guard mit guter Größe (1,98 Meter).
15. Mike Miller, Shooting Guard
Im Chaos, das die Washington Wizards in
der vergangenen Spielzeit waren, ging unter, wie vielseitig, wie intelligent,
wie gut Mike Miller ist. Quoten von 50,1 Prozent aus dem Feld, 48,0 von der
Dreier-, 82,4 von der Freiwurflinie sprechen da eine klare Sprache. Vor allem,
da er diese Werte brachte, obwohl sein Team in der zweiten Saisonhälfte keinen
Spieler im Kader wusste, der konstant einen zweiten Verteidiger zog oder Würfe
für andere kreierte. Außerdem trägt der 30-Jährige das Point-Guard-Gen in sich
(3,9 Assists). Jedes Playoffteam sollte einen langen Blick auf ihn werfen.
16. Ray Allen, Shooting Guard
Was hat Allen noch im Tank? Sein Sprungwurf wird ihn wohl nie verlassen und
damit ist er für eine Menge Franchises interessant. Allerdings war seine
Treffsicherheit allein in den vergangenen Playoffs erheblichen Schwankungen
unterworfen. In der Auftaktserie gegen Miami netzte er fantastische 52,8
Prozent seiner Dreier ein, gegen Cleveland waren es nur 32,4 Prozent, sehr gute
41,9 gegen Orlando. In den Finals kam der 34-Jährige auf 36,7 Prozent. Werden
hier jedoch die acht Dreier bei elf Versuchen aus dem zweiten Spiel abgezogen,
kommt Allen auf miserable 13,3 Prozent! Defensiv war Allen eh schon immer ein
Akteur, der im Teamkonzept versteckt werden muss.
Aufgrund der Nachricht, dass Doc Rivers als Coach noch eine
weitere Saison in Boston dran hängt, dürfte das Management auch Allen halten
wollen. Die Frage ist: Wie viel wird der alternde Star verlangen? Und:
Überbietet die Celtics ein Mitkonkurrent?

16. Raymond Felton, Point Guard
Felton spielte unter dem notorischen
Nörgler Larry Brown eine unerwartet effiziente Saison. Die 45,9 Prozent aus dem
Feld sowie die 38,5 Prozent von der Dreierlinie waren mit Abstand
Karrierebestleistungen. Jedes Team, das einen Anführer auf der Eins braucht,
wird sich Felton anschauen, der unter Umständen recht preiswert zu haben sein
dürfte.
17. Udonis Haslem, Power Forward
Wer einen hart arbeitenden Power Forward für billiges Geld sucht, ist bei
Haslem an der richtigen Adresse. Der Mann reboundet, kämpft, stellt harte
Blöcke und weiß, was es braucht, um Champion zu werden.
18. Channing Frye, Power Forward/Center
Das Gegenteil von Haslem. Frye trifft den
Dreier und ist damit eine dieser „Stretch Fours" (große Spieler, die von außen
treffen und damit Platz für Drives und Post-Ups schaffen), die jedes Team
braucht. Ist in Phoenix perfekt aufgehoben.
19. Ronnie Brewer, Shooting Guard
Defensiv harter Shooting Guard, der eine Menge Athletik mitbringt, aber keinen
Sprungwurf. Kann jedem Team als Verteidiger Deluxe helfen.

20. Al Harrington, Power Forward
Big Al wirft gern aus der Distanz und trifft solide (34,2 3P%). Reboundet
allerdings wenig, blockt kaum Würfe. Könnte als „Instant Offense" von der Bank
für schnelle Punkte sorgen. Fragt sich, ob er eine solche Rolle akzeptiert.
21. Josh Howard, Small Forward
Würde viel höher auf diese Liste stehen,
wenn er a.) nicht im Februar einen Kreuzbandriss erlitten hätte und b.) in der
jüngsten Vergangenheit mit allerhand Skandalen für Furore gesorgt hätte. Ist er
wieder fit, kann er auf Small Forward auf viele Arten punkten und defensiv ein
Faktor sein.
22. Nate Robinson, Point Guard
Kryptonate bringt Energie, Athletik und zum Teil schlechte Entscheidungen.
Wollen die Celtics ihn nach einigen spektakulären Auftritten in den Playoffs
halten? Nur wenn der Preis stimmt. Wahrscheinlich wünscht sich Robinson auch
eine größere Rolle als die, die in Boston für ihn bereit steht.
23. Shaquille O'Neal, Center
Der Diesel war auf dem Papier effektiv in
Cleveland: 12,0 Punkte, 6,7 Rebounds, 56,6 FG%. Doch O'Neal ist mit seinen 38
Jahren kein Starter mehr – ein Status, den er aber weiterhin einfordert.
Außerdem ist er defensiv zum Risiko geworden, da er weder das Pick-and-Roll
verteidigt, noch Würfe blockt (1,1 BPG), seine Verletzungsanfälligkeit ist
legendär. Kann er sich mit einem Dasein als Reservist abfinden? Wie viel Geld
verlangt O'Neal, der 2009/10 noch 21,0 Millionen Dollar überwiesen bekam?

24. Kyle Korver, Small Forward
Korver wirft, Korver trifft. Viel mehr hat
der athletisch kaum versierte Mann,s allerdings nicht zu bieten. Seine 53,6
Prozent Dreierquote würden trotzdem jedem Team gut zu Gesicht stehen.
25. Tracy McGrady, Small Forward
Okay, was hat der Mann noch zu bieten? Wie
gut ist sein Knie nach der Mikrofraktur 2009 wieder dabei? Die Krankenakte des
erst 31-Jährigen ist dick, für kleines Geld könnte er dennoch das Risiko wert
sein – wenn er bereit ist, von der Bank zu kommen. Die Chancen hierfür
sind allerdings gering.


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