Perfekt: LeBron James zu den Miami Heat!

Es war der folgenschwerste Satz in der Geschichte der NBA nach „I'm back". Gesprochen von LeBron James in der vergangenen Nacht live im US-Fernsehen. „In diesem Herbst werde ich meine Talente zum South Beach bringen, zu den Miami Heat", erklärte der begehrteste Free Agent des Jahrgangs 2010 und versetzte die gesamte Liga in einen Schockzustand.

Quasi über Nacht ist in der NBA ein Team entstanden, das so in der Geschichte des Basketballs noch nicht da war. Mit James, Chris Bosh und Dwyane Wade stehen in der Saison 2010/11 drei Superstars in der Blüte ihrer Jahre in einem Kader. Wie gut dieses Trio in der vergangenen Saison war? James führte die Liga beim Player Efficiency Rating an, Wade belegte den zweiten, Bosh den vierten Platz in der gesamten NBA!

„Der Hauptfaktor für meine Entscheidung, war die Antwort auf die Frage: Wo habe ich jetzt und in der nahen Zukunft, die besten Chancen zu gewinnen?", rechtfertigte LeBron James seinen Entschluss, nach sieben Jahren die Cleveland Cavaliers zu verlassen – die einzige Franchise, für die er je spielte und nur knapp 64 Kilometer von seiner Heimat Akron entfernt liegt. James fügte an: „In Miami habe ich, die besten Chancen zu gewinnen. Damit meine ich nicht nur die reguläre Saison oder fünf Spiele nacheinander. Ich will Meisterschaften gewinnen und ich denke, dort unten habe ich die Möglichkeit dazu."

Doch dafür brauchen die Miami Heat mehr als die vier Spieler, die sie momentan im Kader haben. Aus dem Team der Vorsaison bleibt neben Wade einzig Aufbau Mario Chalmers (7,1 Punkte, 3,4 Assists, 40,1 FG% und 31,8 3P%). Der passt von seiner Spielanlage allerdings nicht wirklich in das Konzept um das neue Startrio: Chalmers trifft nicht konstant aus der Distanz. Sichere Schützen von außen wird es aber brauchen in Miami, ansonsten dürften gegnerische Teams ihre Verteidigung um die Zone zusammenziehen und den Stars so den Raum zum punkten nehmen.

Direkt nach der Zusage LeBron James' tradeten die Heat Forward Michael Beasley (14,8 Punkte, 6,4 Rebounds und 27,5 3P%) nebst seiner fünf Millionen Dollar Jahresgehalt für einen Zweitrundenpick der Draft 2011 zu den Minnesota Timberwolves. Miamis Personalchef Pat Riley gab den zweiten Pick der Draft 2008 also so gut wie ohne Gegenleistung ab – auch Beasley passte mit seiner Spielweise nicht in den Plan, die frei gewordenen Dollars sollen nun in adäquate Rollenspieler investiert werden.

Wer kann Miami Thrice helfen?

Die Heat haben nicht mehr viel Spielraum unter der Gehaltsobergrenze. Die NBA erlaubt es allerdings jedem Team den eigenen Kader mit Spielern aufzufüllen, die das Minimumgehalt verdienen. Wie hoch diese Bezüge sein dürfen, richtet sich nach den Jahren, die der Profi in der NBA aktiv war.

Gut möglich, dass sich einige verdiente Veteranen – bei denen es auf den einen oder anderen Dollar nicht mehr ankommt – dem Team anschließen, um an der Seite der Star-Trokia Meister zu werden und in der Sonne Floridas zu spielen. Ähnliches schaffte Pat Riley ja bereits, als die Heat 2006 die Championship gewannen. Damals standen mit Alonzo Mourning und Gary Payton zwei prominente, minimal bezahlte Profis im Kader.

Ebenfalls ist es nicht weit hergeholt, zu spekulieren, dass auch Ex-Heatler wie Udonis Haslem oder Quentin Richardson für wenig Geld gehalten werden können. Außerdem scheint Mike Miller, ganz oben auf der Wunschliste der Heat zu stehen. Der Swingman besitzt einen sicheren Dreier (48,0 3P%), ist ein exzellenter Passgeber, der zur Not auch den Ball nach vorne bringen kann. Team und Spieler trafen sich bereits zu Verhandlungen. Der 30-Jährige dürfte allerdings mehr kosten, als das Minimalgehalt.

Was macht der Rest der Liga?

In Orlando und Boston schrillen die Alarmglocken. Beide Teams haben sich nicht nur eine Rückkehr in die NBA-Finals, sondern den Titelgewinn auf die Fahnen geschrieben. Während bei den Celtics der Kern des Teams zusammen geblieben ist und Rasheed Wallace durch Jermaine O'Neal ersetzt wurde, ist von Orlando noch einiges an Aktivität zu erwarten.

Die Verantwortlichen waren mit dem Abschneiden in den Playoffs mehr als unzufrieden. Vor allem die Leistungen Vince Carters blieben hinter den Erwartungen zurück. Jetzt da klar ist, was in Miami entstanden ist, werden auch die Nachbarn der Heat aktiv werden und reagieren.

Selbiges gilt im Übrigen für die Teams, die auf der Jagd nach den drei großen Free Agents leer ausgingen. Die New York Knicks, New Jersey Nets und Chicago Bulls werden alles daran setzen per Trade nachzubessern, genau wie die Dallas Mavericks. Die größte Entscheidung dieses Sommers mag also schon gefallen sein, der Spaß in Sachen Trades und Transfers ist aber noch lange nicht vorbei.

Einzig in Los Angeles dürften die Lakers recht ruhig in die Zukunft blicken. Dort wurde mit Steve Blake bereits die nötige Verstärkung auf Point Guard verpflichtet und Kobe Bryant dürfte in diesem Sommer noch härter an sich arbeiten, lieferten ihm die Heat doch die perfekte Motivation für die kommende Saison.

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